Während man sich hierzulande über das Für und Wider von Hitlers Brutkästen streitet hat sich Ann Coulter, die unermüdliche Gegenstimme der Thecons, in den USA jetzt als was geoutet? Als Antisemitin in ebenjener judäochristlichen Tradition, auf die sich die rechten «Freunde» Israels und der Juden so gerne berufen.
COULTER: No, we think — we just want Jews to be perfected [d.h.: christlich - DF], as they say.
DEUTSCH: Wow, you didn’t really say that, did you?
COULTER: Yes. That is what Christianity is.
Aussie Dave bei Israellycool hat mehr zum Thema.
Christen sind nach dieser Logik perfekt, Juden nicht. Diese Hierarchie der Religionen ist mindestens riesiger Bullshit (Isn’t it, Christopher?). Wo Eva Herman mit einer weichgespülten Fehlinterpretation des Lebensborns höchstens lästig ist, profiliert sich Ann Coulter als Antisemitin in der guten alten Tradition von Christen, die Juden für minderwertig erachten. In der künftigen Perspektive drängt sich der Vergleich zu Martin Luther auf, der bitter enttäuscht von den Juden, die nicht seinem gepimpten Christentum folgten, übelste antijüdische Pamphlete verfasste. Sein Beispiel zeigt lichtvoll, welches antisemitische Potential im Philosemitismus durchgeknallter Christen angelegt ist.
Ob Ann Coulter irgendwann den Weg der Enttäuschten einschlägt (den ein deutscher Blogger schon beschritten hat) und sich explizit antisemitisch betätigt ist natürlich fraglich.
P.S.: Um zu illustrieren, dass Ann Coulter etwas dümmer als ein halber Haufen Hundekot ist, zitiere ich nachfolgend ihre Meinung über die Evolutionstheorie:
Liberals’ creation myth is Charles Darwin’s theory of evolution, which is about one notch above Scientology in scientific rigor.




17 Kommentare
Das finde ich interessant, kürzlich habe ich beim Antibürokratieteam an einer Diskussion teilgenommen in der es um einen Artikel bei PoliticallyIncorrect über ein Buch von Richard Dawkins ging. Die Autorin zitierte aus diesem Buch und qualifizierte das gesagte als antisemitisch. In der Diskussion gab es kaum jemanden, der dieser Sicht Verständnis entgegen brachte, ich schon, auch wenn ich den Schluß der Autorin nicht hinreichend begründet sehe und den Vorwurf des Antisemitismus bei PI leichtfertig ausgesprochen fand.
Mich würde Deine Meinung zu diesem Fall interessieren.
Hier der Link zum Artikel beim Antibürokratieteam:
http://www.antibuerokratieteam.net/2007/09/21/die-hoechste-steigerungsstufe-von-pfuibaeh/#comments
Hier der Link zum Artikel bei PI:
http://www.politicallyincorrect.de/2007/09/das-gott-virus
Mein erster Eindruck ist, dass Richárd Dawkins Weltsicht hier mindestens so antisemitisch ist, wie Ann Coulters (ich urteile über Ann Coulter nur anhand dieses Interviews, ich weiß nicht genau was sie sonst so von sich gibt), dieser Eindruck wird bestärkt durch folgenden Satz von Dawkins:
When you think about how fantastically successful the Jewish lobby has been, though, in fact, they are less numerous I am told - religious Jews anyway - than atheists and [yet they] more or less monopolise American foreign policy as far as many people can see.
aus:
http://www.guardian.co.uk/usa/story/0,,2180901,00.html
Ich würde mich über eine Antwort freuen.
Gruß Schmock
Da kommen wir an einen sehr interessanten Punkt. Wenn ich bei Dawkins und anderen Vertretern des Atheismus nachlese, stellen diese den Atheismus als “höherwertige” Weltanschauung dar. Gläubige Menschen werden durchweg zumindest als “Hinterwäldler” bezeichnet, manchmal wird ihnen auch ein intellektueller Defekt bescheinigt.
Nimmt man dann noch die Vorgeschichte hinzu: wo wurde Atheismus im Rahmen eines staatlichen Systems verwirklicht? Z.B. die UdSSR unter Lenin und Stalin…Dann empfinde ich den Atheismus als mindestens ebenso bedenklich, wie den Islam oder das historische Christentum…
Äh, dieser Artikel ist satirisch gemeint, oder ?
So satirisch wie Anns Zitat.
@Schmock:
Dawkins achte ich nicht gerade wegen seiner Einlassungen zu gesellschaftlichen Konstellationen.
@AHS:
Atheismus als qualifizierendes Merkmal der kommunistischen Heilslehre zu bezeichnen ist lächerlich.
@ Daniel
können wir vielleicht solche Hass-Ausbrüche insgesamt weglassen? “Wahnsinnig”, “lächerlich” und Fäkalvergleiche sind doch wohl eher Merkmal totalitaristischer Hetzer und haben in unserer Diskussion nichts zu suchen.
Lese Marx und auch Du wirst erkennen, dass Atheismus integraler Bestandteil des Kommunismus ist. Er ist sogar eine der tragenden Säulen.
@AHS
Was für ein Quark - es mag integraler Bestandteil der kommunistischen Herrschaftspraxis gewesen sein, aus Marx läßt sich das allerdings nicht beziehen, auch wenn Richard Wurmbrand das noch so oft behauptet hat:
Marx states in the 1844 Manuscripts that he is not an atheist; for Marx, to positively assert that God does not exist is childish. “Man makes religion, religion does not make man. … The struggle against religion is, therefore, indirectly the struggle against that world whose spiritual aroma is religion. Religious suffering is, at one and the same time, the expression of real suffering and a protest against real suffering.”
http://marxmyths.org/cyril-smith/article2.htm
@Daniel Fallenstein
Noch 2 Fragen.
1.War das also eine Zustimmung zu meinem Satz, Dawkins sei hier mindestens so antisemitisch wie Coulter?
2.Hätte Ann Coulter gesagt,
das Christentum sei das perfektionierte Judentum, deswegen sollten alle Juden zum Christentum konvertieren,
wäre das dann auch antisemitisch oder ging es um darum, das Christen perfekt und Juden nicht perfekt sind? Der oben vorgeschlagene Satz ähnelt tatsächlich dem was Dawkins sagt, wenn man Christentum durch Atheismus ersetzt.
Dazu will ich kurz anmerken, mir ging es nicht so sehr darum, Dawkins anzugreifen oder Coulter besser aussehen zu lassen, sondern ich wollte wissen wo ich mit meinen Einschätzungen stehe, insbesondere nach der Diskussion beim Antibürokratieteam.
@AHS
Es geht wohl weniger darum, ob Atheisten oder Christen zu schlimmeren Verbrechen fähig waren, sondern um die Konkreten Aussagen und Einstellungen dieser beiden Personen.
Ich behandele Atheismus und Christentum als zwei Weltanschauungen, die beide an sich harmlos sind, das Problem mit Coulter und Dawkins, ist dass sie die anderen Leute zu ihrer Weltanschauung bekehren wollen, das versuchen sie zwar ohne Gewaltanwendung, aber ich will mir nicht den sozialen Druck vorstellen wenn so jemand wirklich Erfolg hätte. Es gibt ja auch Leute, die Homosexuelle zu “heilen” versuchen und glauben damit etwas gutes zu tun, trotzdem kann man das nicht gutheißen. Wenn ich das pbige Interview ´mit Ann Coulter und die hier:
http://www.tagesspiegel.de/magazin/wissen/Religion-Richard-Dawkins-Meisner;art304,2381385
zitierten Aussagen von Richard Dawkins vergleiche, so muß ich sagen, dass Ann Coulter sogar die freundlichere und respektvollere bei diesem Thema ist.
Deswegen komme ich zu dem SChluß, Dawkins sei bei seinem Angriff auf die Religion, mindestens so antisemitisch wie Ann Coulter bei ihrer Aussage alle sollten sich perfektionieren und Christen werden.
@Schmock:
1. Ja
2. Ja. Unter der Voraussetzung, dass man unter Atheismus einen Glauben verstünde.
Hierarchie? Die gilt doch eh nur einseitig. Juden finden dafür, dass Christen abgefallene Juden und theologisch indiskutabel sind. Ist das keine Hierarchie? Was soll die Aufregung?
Coulter ist weder die durchgeknallte Reaktionärin, noch die tapfere Kämpferin für “konservative” Werte, als die sie, je nach Sichtweise, immer wieder dargestellt wird, sondern eine eiskalt kalkulierende Geschäftsfrau, die ihre Bücher so vielen Leuten, wie möglich, andrehen möchte. Zu diesem Zweck würde sie alles (aber auch ALLES) sagen. Manchmal hat sie sogar recht, eine kaputte Uhr geht ja auch zweimal in 24 Stunden richtig. Diese gackernde Henne kann wunderbar improvisieren oder, wie das auf Englisch so viel schöner heißt: “She makes up her shit as she goes along.”
Nach der Deutsch-Show hatten alle wieder vor Aufregung ihre Unterwäsche verwurstelt und niemandem ging auf, dass Coulter nix weiter von sich gegeben hatte, als die offizielle christliche Position. Und schon hatte sie wieder einige hundert Bücher mehr verkauft.
Was mich allerdings viel mehr interessieren würde, ist die Beantwortung der Frage, wie diese fromme Evangelistin ihrer konservativ-christlichen amerikanischen Anhängerschaft ihre grade mal blößebedeckenden Fummel erklärt, oder die Tatsache, dass eine achsogläubige Christin sich öffentlich als “prick teaser” (ein Begriff, der leider nur unangemessen als “Aufgeilerin” übersetzt werden kann) zur Schau stellt. Hier das Link: http://tinyurl.com/393zuk
Der Gipfel ist allerdings, dass diese Knallcharge droht zum Sex-Idol der deutschen Möchtegerncons zu werden. Wer die kalkulierten verbalen Engleisungen einer Coulter, ihre intellektuelle Unredlichkeit, ihren schlampigen Umgang mit Tatsachen als “knallklug” bezeichnet (von der juvenilen Wortwahl eines sprachlosen Untalents ‘mal abgesehen), hat ein Glaubwürdigkeitsproblem. Und wenn eine androgyne, hochgradig kachektische Mittvierzigerin als “jung und hübsch” bezeichnet wird, wie im Kommentarbereih eines vielgelesenen Blogs, dann hat da jemand nicht nur Dreck im Gehirn, sondern auch auf den Augen.
Das Problem ist, dass es bei uns genügt, eine undefinierte Linke zu attackieren, je wüster je besser, um als “konservativ” eingestuft zu werden. Irgendwelche Inhalte, positive Ziele, vernünftige Argumente oder gar ein ethischer Grundkonsens sind dann überflüssig, was einer Ann Coulter ein sicheres warmes Dauerplätzchen am bescheidenen Herd einer merk- und schambefreiten deutschen “konservativen” Bewegung bescheren wird.
Pfui Teufel!
das Thema mit dem aktuellen Streit ums Karfreitaggebet jetzt reloaded bei ex-blond:
http://ex-blond.com/?p=156
@Blondie:
Ich hab Dir was dazu auf Deiner Webpräsenz geschrieben. Du hast leider wieder den Kommentarbereich zugemacht, find ich nicht so töfte, abweichende Meinungen sollte man schon aushalten.
Aber ich kenn Dich ja von Zettels Raum, Zettel ist ja auch so einer, der zensiert was ihm nicht passt.
Rohe Ostern noch!
@Blondie (2):
Du kannst Dir Deine E-Mailnachrichten sparen, entweder Du bist zur Sacharbeit bereit oder nicht. Du scheinst es nicht zu sein.
Ich finde, jedem ist es überlassen, ob er Kommentare zulässt oder nicht. Ich würde mir hier auch manchmal eine etwas restriktivere Praxis wünschen, weil manches in der Range zwischen beleidigend, rechtsradikal und Korinthenkackerei changiert. Wenn Ex-Blond in einer persönlichen Mail antwortet, finde ich das übrigens fast schon charmant… Da kann man auch direkt antworten - oder ein eigenes Blog pflegen - wenn das einer liest…
@Sky
wenn ich abweichende Meinungen nicht aushalten könnte, würde ich wohl kaum in diesem Post auf meinen Blogeintrag aufmerksam machen.
Den FdoG Bloggern steht es frei, meinen Eintrag in einem eigenen FdoG Eintrag argumentativ in der Luft zu zerreißen. Ich finde sowas eher spaßig, spannend und argumentiere gerne.
Der Kommentarbereich in meinem Blog ist geschlossen und Deine Kommentare sind gelöscht, weil ich kein Forum biete für politisch doppeldeutige, bis hart an den Rand des irgendwie nur mit viel gutem Willen und ganz viel blonden Haaren gerade noch Akzeptablen. Such Dir für Deine mitgelieferten Botschaften eine andere Spielwiese.
@ euckenserbe
so isses …
“Such Dir für Deine mitgelieferten Botschaften eine andere Spielwiese.”
Das sagst Du mit Deinen Kommentarschliessungen allen Lesers.
Wenn Du Kommentare nicht aushältst, dann rate ich Dir dringend die Kommentarfunktionen durchgehend abzuschalten. Kommentare zuzulassen und dann die gesamten Kommentare bedarfsweise wieder zu löschen, ist nicht OK. Mein erster Kommentar war noch genehm, der zweite nicht, also wird gelöscht; sorry, aber das ist niveaulos.
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[...] fallenstein bemerkt dazu bei fdog ganz richtig: Christen sind nach dieser Logik perfekt, Juden nicht. Diese Hierarchie der Religionen ist [...]
[...] Ihre Kommentare wurden als antisemitisch bezeichnet und der Aufschrei war groß. Sogar im Blog FdoG fand sich ein entsprechend entrüsteter Blogeintrag. [...]