Kleptokratien

nennt Rupert Neudeck (anzuhören im Deutschlandfunk) all jene Schurkenregierungen in der dritten Welt, die die so genannte Entwicklungshilfe lieber für sich behalten. Solche Verbrecherregime seien im Kalten Krieg vom Westen massiv gefördert worden, was ein Fehler war. Er übersieht dabei die Tatsache, dass der Osten das gleiche tat. Was es nicht besser macht, vor allen Dingen weil die korrupten Regimes auch heute noch flächendeckend an der Macht sind. In einem hat Neudeck, dessen politische Meinung ich selten teile, allerdings recht: Trotz Hunderten von Milliarden hat die Entwicklungshilfe in Afrika nichts bewirkt.

Neudeck weiss wohl wovon er spricht, auch wenn er beim Versuch, sich zum Anwalt derjenigen zu machen, die er persönlich mit Hilfsgütern versorgt, Partei wird und falsche Schlüsse zieht. Hier schlägt er vor, die Entwicklungshilfe nur noch auf jene zu konzentrieren, die über demokratische Regierungen verfügen. Also vielleicht auf eine Handvoll Länder.  Und verweist auf den Nobelpreisträger Muhamud Yunus und seine Mikrokredit-Bewegung, die in Bangladesh 8 Millionen Menschen aus der absoluten Armut geholt hätte.

Recht hat er, was Yunus sagt. Unrecht, wenn es um die Entwicklungshilfe geht. Denn Yunus zeigt, dass man gar keine Entwicklungshilfe braucht. Und die bisherige Erfahrung mit Entwicklungshilfe, dass das einzige was sich entwickelt, korrupte Führungsschichten sind, die das Geld für sich behalten und nutzen, um Waffen zu beschaffen, mit denen sie das eigene Volk dann auch noch veritabel unterdrücken können. 

Stattdessen sollten wir, nachdem unsere Nahrungsmittelpreise Weltmarktniveau erreicht haben (ist ja wie in der Täterä),  doch einfach unseren Agrarmarkt öffnen und die Exportsubventionen für hier hergestellte überschüssige Lebensmittel einzustellen. Ist nicht von mir. Sondern von James Shikwati, einem afrikanischem Entwicklungsökonom.  

4 Kommentare

  1. ollib
    Mo, 12. Nov 2007 geschrieben in 12:26 | Permalink

    Axelle Kabou meint es ähnlich (in Weder arm noch ohnmächtig): „Man müsse als erstes die afrikanische Mentalität entgiften, die Uhren richtig stellen und die Menschen in Afrika mit ihrer Verantwortung konfrontieren,” bevor auch nur ein weiterer Entwicklungshilfe Dollar (Euro) sinnvoll investiert werden kann.

  2. Mo, 12. Nov 2007 geschrieben in 13:42 | Permalink

    Dazu passt “Entwicklung kann man nicht kaufen” von Rainer Erkens. Entwicklungshilfe, die für Freiheit, Eigentum, Rechtsstaatlichkeit und Marktwirtschaft eintritt, ist aus Sicht des Verfassers sinnvoll angelegt. Wer Anreize und Chancen schafft, weist Menschen den Weg aus Armut, Unmündigkeit und Unfreiheit, ohne dass im Namen von Brüderlichkeit oder Gleichheit viel Geld verteilen muss. Download unter
    http://medienbibliothek.fnst.de/uploads/medienbibliothek/Entwicklung_Erkens-Text.pdf

  3. ace
    Mo, 12. Nov 2007 geschrieben in 15:27 | Permalink

    eBay beteiligt sich auch an der Mikrokredit-Bewegung mit seiner Seite http://www.microplace.com/

    siehe
    http://www.welt.de/webwelt/article1303992/Mit_Ebay_kann_nun_jeder_Entwicklungshilfe_leisten.html

  4. Hamster
    Mo, 12. Nov 2007 geschrieben in 20:58 | Permalink

    Wir Europäer machen es ja ganz perfide:
    Entwicklungsgelder werden von unserer geistig limitierten linksspiessigen Ministerin wie Postwurfsendungen verteilt, was das Gewissen beruhigt und anderseits schirmen wir unsere Märkte zumindest viele Branchen betreffend ab.

    Also einserseits korrumpieren wir Systeme der Entwicklungsländer und anderseits boykottieren wir. Und der Witz dabei ist, dass wir dabei ein gutes Gewissen haben (wir ja eigentlich nicht, aber das Wahlvieh).

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