Zum Trabi ist es nur ein kleiner Schritt im Sozialismus des 21. Jahrhunderts

Irgendwann Ende der Achtziger Jahre besuchte ich meinen Vater in seiner Firma. Als ich seinerzeit mit meinem alten Fünfer-BMW auf den Hof der Privilegierten einbog, sah ich neben dem Zwölfzylinder BMW eines der Inhaber den Wartburg des Geschäftsführers eines Betriebes aus der Deutschen Demokratischen Republik. Die Spitzen der jeweiligen west-und ostdeutschen Automobiltechnologie hatten einen Ursprung.  Denn die Bayerischen Motorenwerke fingen mit der Lizenzproduktion des Austin nicht in München, Landshut oder Ingolstadt. Der BMW DIXI lief in Eisenach vom Band. Von dort stammte die gesamte Vorkriegsproduktion. Selbst der sagenumwobene BMW 328 wurde in Thüringen montiert und  kam nicht aus dem Stammwerk, wo man sich auf Flugzeugmotoren. Motoren und Motorräder konzentrieret.

Der 750iL und der Wartburg 353 haben einen Stammbaum. Und die Ingenieure der Eisenacher Motorenwerke (EMW)  hatten nach dem Krieg den Vorsprung. Sie hatten das Know-how und die Fabrik. Und die bayerische Schwester geriet mit der falschen Modellpolitik ja zunächst in eine Existenzkrise. Aber BMW konnte nur mit neuen Autos überleben. Die Eisenacher kamen nicht auf den Hund, aber den Zwei-Takter. Und der wurde zugeteilt. Ein integrativer  Bestandteil für die Zentralverwaltungswirtschaft sowjetischen Typs.

Auch der Sozialismus des 21. Jahrhunderts rationiert die Zuteilung von Kraftfahrzeugen mit Hilfe der Devisenbewirtschaftung. Nur so kann Freund Chavez ausreichend Mittel für seine weltpolitischen Allmachtphantasien generieren. Und irgendwann feiert der Trabant mit 20 Jahren Wartezeit fröhliche Urstände in Südamerika. Wollen wir wetten ?

2 Kommentare

  1. Do, 29. Nov 2007 geschrieben in 23:00 | Permalink

    der Trabant, das Gegenteil des SUVs, ist ein freundliches Auto, das heutzutage aus Altpapier statt Plaste gefertigt sein sollte und einen alternativen Antrieb vorweisend.

  2. euckenserbe
    Fr, 30. Nov 2007 geschrieben in 08:40 | Permalink

    Von Smart über 3L Lupo bis hin zum Jaguar XJ (Diesel) stehen längst intelligente Alternativen in jeder Fahrzeugklasse zur Verfügung. Der Trabant ist verkehrsgefährdend, weil unsicher und übrigens ist auch sein Zweitakter ziemlich dreckig. Warum ausgerechnet eine sozialistische Gesellschaft eine Innovation hervorbringen soll, ist mir allerdings schleierhaft. Warum hat ihn keiner mehr haben wollen, nach der Wende, den Trabant, das freundliche Auto?

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