Sprich nur für Dich, du Otto!

Die Leser und jeder Träger des schönen Namen “Otto” mögen mir den Titel dieses Beitrages verzeihen, aber die selbsterklärten Ghettobewohner mit echtem oder sprachlich simuliertem Migrationshintergrund sprechen hierzulande so und auch sie sollen sich hier wegen des Themas wohlfühlen. Der verständnisvolle und mitfühlende Daniel Bax vom linken Schmierblatt taz hat nun ein Plädoyer für den großen Sänger und angeblichen Vorbildintegrateur Muhabbet verfasst, in dem er beklagt, dass der “Schmusesänger” nun sein Leben lang mit dem Makel des “Islamismusverdachts” leben muss. Das geht natürlich nicht, denn erstens sind die Äußerungen Muhabbets, in denen er dem Mörder Theo van Goghs nachträglich die ausgiebige Folterung seines Opfers empfahl, im “privaten Rahmen gefallen” und zweitens ist da die (von Bax ganz richtig zusammengefasste) Botschaft, die “die Muhabbet unermüdlich verbreitet”:

“Wir Einwandererkinder wollen ein Teil dieser Gesellschaft sein. Wir sind integrationsbereit, aber seid ihr es auch? Bitte nehmt uns so, wie wir sind.”

Die Frage, ob nun Muhabbet oder Bax, der Ersteren offenbar als seinen neuen Hausphilosophen entdeckt hat, einfacher gestrickt sind, ist schwer zu sagen und so soll bitte jeder für sich selber entscheiden. Aber: Bax glaubt doch nicht ernsthaft, dass eine derartige Äußerung, die auf der Filmpremiere eines Filmes über islamische Extremisten gegenüber den beiden Filmemachern und Journalisten getätigt wird, noch etwas privates an sich hat?

Und für wen hält sich Muhabbet eigentlich, der laut eigenen Aussagen gerade damit beginnt, zum ersten Mal in seinem Leben regelmäßig Zeitung zu lesen? Woher will dieser dahergelaufene Schnulzensänger wissen, was “Einwandererkinder” wollen? Während er und seine Homies Lieder über Kartoffeln und Christen produzierten, denen die die Kreuze in die Ärsche geschoben werden sollen, waren tausende Inder, Portugiesen, Filipinos, Koreaner, Italiener, Polen und andere dabei, hier zu arbeiten, zu leben, zu lieben, heimisch zu werden - sprich sich selber ohne jede Hilfe zu integrieren. Die erste Generation dieser Migranten hatte es auch nicht leicht, keiner hat ihnen geholfen, aber es waren keine Integrationskonferenzen nötig, damit sie taten, was getan werden musste: sie stießen in die Teile des Arbeitsmarktes vor, in denen immer weniger Deutsche zu finden sind und schufteten sich bienenfleißig den Buckel rund. Das Resultat? Ihre Kinder unterscheiden sich nur durch Herkunft, teilweise die Namen und manche durch ihr Aussehen von ihren deutschen Schulkameraden oder Kommilitonen. Ihre Freundeskreise sind gemischt, sie sprechen perfektes Deutsch und werden bestimmt keine Probleme damit haben in diesem Land gute Jobs zu finden und sich ihres weiteren Lebens zu freuen. Mit anderen Worten: Integration geglückt!

Muhabbet (+ Bax) sollten also nur für sich selber sprechen! Bax für sein einstudiertes Weltbild, in dem der Migrant automatisch gehasst und unterdrückt wird. Muhabbet für sein Milieu der zu kurz gekommenen Goldkettchenträger und GV-Musiker. Eine wirklich peinliche Allianz der notorisch Uncoolen!

Ein Kommentar

  1. Hamster
    Mo, 10. Dez 2007 geschrieben in 16:02 | Permalink

    Das Plädoyer für Muhabet (oder so ähnlich) habe ich auch gelesen, nun der mitfühlende TAZler unterstellt dem o.g. Sänger natürlich eine Zurückgebliebenheit (für die er auch nichts kann). Echte GeTAZe mal wieder, ich hatte zwar irgendwie die Hoffnung, dass sich das Medium weiterentwickelt (so war bspw. auch der SPIEGEL in den Siebzigern grausam linksideologisch), aber es wird wohl noch ein wenig dauern, die Grünlinken erleben jetzt in der Opposition wieder einen kleinen Linksruck.

    Ein Tipp noch: Nicht TAZ lesen! ;)

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