
Diese Meldung ist ohne bissigen Humor nur schwer zu ertragen. Tal Nitzan veröffentlichte am Shein Center for Social Studies der Hebrew University in Jerusalem eine Studie, in der sie unterstellt, dass israelische Soldaten Palästinenserinnen nicht vergewaltigen, sei nicht ethisch, sondern rassistisch.
Unter anderem schreibt sie:
As Israelis/Jews, who view themselves as moral, the soldiers find it difficult to commit martial rapes. It seems that (in Bosnia) men identified themselves as Serbians through committing public group rapes of Bosnian women; Jews identify themselves as non-rapists, non-assimilationists, as a nation unique in the embrace of God. Rape and non-rape are two sides of the same coin, which in different situations the use of either one can lead to the same results. [Übersetzung und Hervorhebung: Mom in Israel]
Oder:
In the Israeli-Palestinian conflict, it can be seen that the lack of military rape merely strengthens the ethnic boundaries and clarifies the inter-ethnic differences - just as organized military rape would have done.
Das ist noch besser als Kalle Marx – Die endgültige Krone des Dialektik-Bullshits. Dass die Zahal ihre Rules of Engagement nicht nur postuliert sondern auch gegen die Armee-typischen Affekte und Mechanismen weitgehend durchsetzt, entmenschlicht Palästinenser als vergewaltigungs-unwert. Das wiederum stört den Friedensprozess. Klarer Fall.




10 Kommentare
Leider ist das ziemlich typisch fuer die Athmosphaere an unseren Universitaeten. Die unausgesprochene Zielvorgabe ist: Wie kann Israel schlecht dargestellt werden.
Ein Dozent am Sapir College in Sderot (!) z.B. hat einen Studenten aus dem Seminar verwiesen, weil er direkt von seinem Militaerdienst und noch in Uniform kam.
http://www.ourjerusalem.com/news/story/arab-lecturer-to-reservist-no-entry-in-uniform.html
Fuer mich kam es keineswegs ueberraschend, dass sich seine Kollegen weitgehend hinter ihn gestellt haben:
http://www.haaretz.com/hasen/spages/930827.html
“Nearly 40 Jewish and Arab lecturers at Sapir signed a letter to the college’s president and disciplinary committee stating that Hassan “is a talented and courageous artist whose only sin was his attempt to maintain universal civic values, and whose action pointed to the serious phenomenon of the great involvement of the army in campus life.” ”
Dass das Problem etwa darin liegen koennte, dass Israels Existenz ueberhaupt nur durch “the great involvment of the population in the army” gesichert werden kann, scheint in diesen Kreisen ein verbotener Gedanke zu sein…
Denen geht’s echt zu gut.
Ich bin für eine Zwei-Staaten-Lösung. Ein demilitarisierter Staat für die schwafelnde Klasse, einer mit Zahal für normale Menschen. Der letztere nimmt die überlebenden Akademiker frühestens nach einem Jahr wieder auf.
Das hat lange Tradition: Martin Buber, Judah Magnes, um nur die bekanntesten zu nennen, traeumten nicht nur von Koexistenz, sondern unternahmen politische Schritte, um andere Ziele des Yishuws zu untergraben, waehrend der Konvoi, der die Hebraeische Universtaet und das Hadassahkrankenhaus auf Mount Scopus versorgen sollte, angegriffen und die Menschen niedergemetzelt wurden. Bubers Brief an Ben Gurion nach (!) diesem Massaker wird gern von Anti-Zionisten zitiert, weil er sich fast ausschliesslich auf die Verbrechen von Deir Yassin bezieht und das unmenschliche Massaker an Aerzten und medizinischem Personal, von denen keine militaerische Gefahr ausging, ausblendete.
Die akademisch-überhebliche Distanz zum Militär ist keine israelische Besonderheit. Auch an der UniBw versuchte in den 80ern des vergangenen Jahrhunderts ein Professor, einen zur Vorlesung in Uniform erscheinenden Fähnrich des Saales zu Verweisen, woraufhin sämtliche (!) Anwesenden, etwa 40 bis 50 Offiziere und Anwärter, sich erhoben und den Saal verließen. Der Mann mußte es sich ab sofort gefallen lassen, seine Vorlesungen vor zu 90% uniformierten Studenten zu halten. Sweet Victory!
Ich fordere, dass die EU und die Vereinten Nationen ausreichend Geldmittel für Forschungsarbeiten zur Verfügung stellen, um diesen Nicht-Vergewaltigungs-Rassismus unter Berücksichtigung des Gender-Mainstreaming zu untersuchen (inklusive umfangreicher Feldstudien, um die Nicht-Vergewaltigungen empirisch zu erhärten). Dabei muss vor allem auch erforscht werden, ob es signifikante Handlungsabweichungen bei den Nichtvergewaltigungen gibt, wenn man die potenziellen Nicht-Vergewaltiger kategorisiert in “Juden”, “Drusen” und “Nicht-Gläubige/Atheisten”.
Für die beste Forschungsarbeit wird eine Auszeichnung ausgelobt (hat jemand von euch einen Vorschlag, nach wem die Auszeichung benannt werden könnte?)
Ach ja - und es muss untersucht werden, ob Linkshänder beim Nicht-Vergewaltigen NOCH rassistischer sind als Rechtshänder.
Für die beste Forschungsarbeit wird eine Auszeichnung ausgelobt (hat jemand von euch einen Vorschlag, nach wem die Auszeichung benannt werden könnte?)
@ Constantin: Leo-Baeck-Preis, Carl-von Ossietzki-Preis, David Landau Rape Israel Price
;-))) Schöne Idee mit dem Forschungsprojekt!
Ich hab mich ein wenig mit diesem Fall auseinandergesetzt und war schockiert in Deutschen Blogs darueber zu lesen.
Ich bin allerdings anderer Meinung, und wuerde doch bitten sich mit der Gesamtarbeit in Hebraeisch, oder dem Englischen Abstrakt auseinanderzusetzen.
Links die ich dafuer gefunden habe:
Englisches Abstrakt: http://www.upfree.net/3693668
Hebraeische Arbeit: http://www.upfree.net/3100688
Sandra,
Und was genau ist daran schockierend, wenn deutsche Blogs auch darueber schreiben?
Wenn Du der Meinung bist, dass Nitzans These hier falsch widergegeben wurde, dann untermaurere das doch mit Argumenten, anstatt nur ’shocked - shocked’ zu sein.
Ein Trackback
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