Für Franz Josef Wagner ist er der amtierende deutsche Meister des modernen Erzählens…der Erzähler des digitalen Universums und unser(!?) erster Lacher im Weltall. Für Roland Tichy ist er die Tatjana Gsell des deutschen Feuilletons. Wie es sich für einen wertebewussten Familien-Nationalisten gehört, ist es absolut inakzeptabel, sich von jenem Roland Tichy anhören zu müssen Nationalstaatskonzepte spielen keine Rolle mehr - und das ist auch gut so! Da müssen Worten auch schon mal Handgreiflichkeiten folgen und offene Drohungen ausgesprochen werden.
In seinem digitalen Universum ist alles ganz klar: Die USA haben an “den” Indianern viele “My Lays” verübt; “Patrioten waren links“und die “russischen Soldaten, die Hitler besiegten” werden mit den Vietcong “die sich gegen die amerikanischen Besatzer [sic!] zur Wehr setzten” und den “israelischen Kibbuzim, die die Wüste für ihren jungen Staat fruchtbar machten” gleichgesetzt und allesamt zu “patriotischen Vorbildern” erklärt.
Er ist schnell beleidigt, wenn Henryk Broder ihm seinen Schweinebraten-Patriotismus vorhält, um dann nochmal seinen Nationalstolz auf die Vision Fußball-statt-im-Irak-Krieg-beim-Foltern-mitmachen zu fokussieren :
Broder gab kürzlich in der “taz” zu Protokoll, er fühle sich in Deutschland nur dann richtig wohl, wenn er CNN gucken könne. Ich hoffe für ihn, dass dieser Mickey-Maus-Kanal seine Irak-Kriegs-Desaster-Berichte ab und zu unterbricht, um ihm wenigstens die Fußball-Resultate der ganz gut kickenden US-Mannschaft zu zeigen.
Übrigens, wenn ich gefragt würde, worauf ich als Deutscher derzeit stolz bin, würde ich antworten: dass wir nicht im Irak Krieg führen, sondern nur Fußball spielen; dass wir nicht die Welt belogen haben, um in die Schlacht zu ziehen; dass wir nicht an Foltereien und Massakern dort beteiligt sind; dass wir uns offenbar sehr schwer tun damit, Waffen gegen ein anderes Land einzusetzen; dass wir aus unserer Geschichte gelernt haben und den Krieg nicht als Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln betreiben; sondern dass wir Fußball spielen.
Dass bisweilen Dichter nicht denken und Denker nicht dichten können, muss für die Kulturnation(!?) Deutschland(!?!?!?) offensichtlich kein Verlust sein. Für jemanden, dem jegliche Satisfaktionsfähigkeit so abgeht wie Matthias Matussek offensichtlich erst recht nicht.




9 Kommentare
Mir sagte mal jemand “Du kannst noch so doof sein, hier im (Biotop Ihrer Wahl, da darf dann alles eingetragen werden, dessen es bedarf) gibt es immer noch einen, der ist döfer.” und das trifft sicherlich auch auf D zu.
Richtig, ich bin dbzgl. sicher. Absolut sicher.
D = BRD oder D(ich)? :-)
Ich mag ihn eigentlich. Aber wie jeder Linker hat er keine Ahnung von der Welt.
Da kann man aber noch was schoolen bei dem Constantin.
Wenn ich’s lese, wirds mir angst und bange, da scheint bei Matusseks Oberstübchen mehr am Werke zu sein als blosser Schweinsbratenpatriotismus. Und so einer als Feuilletonchef des SPIEGEL - Gott steh
uns bei, wenn der des SPIEGELs philosophisches Schwergewicht sein soll. Denn was er sagt, ist so dumm und gleichzeitig so falsch, dass es ihn auf geistiger Ebene für alle Zeiten disqualifiziert.
Matussek ist auf interessante Art und Weise dumm. Das weiss man aber. Für einen Kulturchef ist er aber schon bemerkenswert. Was macht M. jetzt eigentlich?
Auf irgendeinem ARD-Sender soll er eine Reihe haben (Matusseks Reisen), wo er in Deutschland rumreist und erzählt, warum D so toll ist. Hab’s aber noch nie gesehen…
Vor paar Wochen hab ich die Wiederholung einer Diskussionsrunde gesehen, wo es um die 68er ging. Da hat Matussek erzählt, wie er mitgemacht hat(weil man da bei den 68ern auf einmal ungehemmt Sex haben konnte) - aber irgendwann wurde ihm das zu blöde, seine sexuellen Handlungen für politische Veranstaltungen unterbrechen zu müssen.
Ach ja…bei Maischberger war er letztens auch (es ging um Religionskritik) und er hat erzählt, warum er den Papst so cool findet und warum Christopher Hitchens, Sam Harris, Richard Dawkins etc. “alle dumm” seien.
he’s a prick! for sure!
Ich verglich jetzt gerade mal spasseshalber Roger Willemsen und M. - und siehe da M. erschien mir wie ein Held unserer Zeit, wie ein Licht am Himmel wie ein erster angenehmer Sonnenstrahl im März.
Kulturhengste sind oft sehr unbrauchbar, ich sach nur “Jessen”. (Jens Jessen, wohnt wahrscheinlich in Jeßnitz,)