Karim El-Gawhary schreibt über die Reaktionen auf die israelische Offensive gegen die Hamas:
Der US-Vertreter im UN-Sicherheitsrat setzte sogar noch einen drauf und sah einen deutlichen Unterschied zwischen terroristischen palästinensischen Raketenangriffen, die auf Zivilisten zielen, und israelischer “Selbstverteidigung”. Kann man so einseitig Nahostpolitik betreiben?
Das geht nun wirklich nicht. El-Gawhary will, dass die Hamas mit Samthandschuhen angefasst und “in einen politischen Prozess” eingebunden wird, dass ein völlig wertloser “Waffenstillstand”, die notorische Hudna, mit den Gaza-Faschisten geschlossen wird. Den endgültigen Beweis dafür, dass die taz einen Toren als Nahostberichterstatter beschäftigt, liefert E-Gawhary aber mit seiner Aufforderung, endlich einmal “auszuloten, unter welchen Bedingungen die Hamas die Raketenangriffe auf israelisches Gebiet einstellen würde”.
Man darf annehmen, dass der Korrespondent des arabischen mächtig ist, höchstwahrscheinlich besitzt er auch ein Fernsehgerät, mit welchem er palästinensische Programme empfangen kann. Aber was hat er bisher gedacht, wenn die Hamas-Moderatoren über Affen und Schweine referierten? Wenn gigantische Micky-Mäuse oder Kaninchen den Fernsehanfängern Geschichten über blutgierige Juden erzählten und ihnen den Lieblingsberuf Shahid einbläuten? Ob er Karten “Palästinas”, auf denen die Grenzen ein wenig simpler eingetragen sind, bisher für unglückliche Druckfehler hielt? Ist ihm nie aufgefallen, dass es für die Hamas gar keinen Judenstaat gibt, nur ein “zionistisches Besatzungsregime”, Frieden mit Israel also gar nicht geschlossen werden kann? Ist El-Gawhary während seines turbulenten Alltags als Korrespondent noch nicht dazu gekommen, einen Blick in die Hamas-Charta zu werfen, die vor allem mit einem nationalsozialistischen Geschichtsbild aufwartet und in religiöser Verklärung zum Djihad gegen alles Jüdische aufruft?
Ob Karim El-Gawhary all das nicht mitbekommen hat? Wenn nicht, dann ist er kein Korrespondent, sondern nur ein Schwätzer, der seinen Lesern groben Unfug und dümmliche Halbwahrheiten unterjubeln möchte. Oder kennt er all diese Fakten und will sie seinen Lesern nicht mitteilen, um deren und seine eigenen Wunschvorstellungen zu diesem Thema nicht ins Wanken zu bringen? Diese zwei Fragen soll jeder für sich selber beantworten.
2 Kommentare
http://uk.reuters.com/article/middleeastCrisis/idUKL0312451520080303?sp=true&pageNumber=1&virtualBrandChannel=0
Hier laesst sich eindeutig nachlesen, wie Hamas sich die Loesung vorstellt:
“In the end, Israel will have to agree to our terms. There is no alternative to returning all of our Palestine.”
Hamas stellt sich also vor, dass Israel seiner Selbstaufloesung zustimmt… Und El-Gawhary stellt sich das wohl auch so harmonisch vor.
El-Gawhary ist leider nicht nur “unser Korrespondent” für die taz, sondern auch für “Die Rheinpfalz”, “Die Presse” usw., ein echter Multitasker. Leider verbreitet er in den den ganzen Blättern einen ähnlichen Mist.
Und lässt in der Regel mindestens die Hälfte der Realität weg.
Habe mal im Internet einen El-Gawhary-Artikel über den “Widerstand” im Irak nachrecherchiert, in dem er aus einem Bericht des ICC zitierte. Nicht nur, daß ein Teil der dort aufgelisteten Fakten sinnentzerrend weggelassen wurde. Er zitierte auch nachweislich falsch.
Die ganzen Zeitungen, für die er “unser Korrespondent” ist, scheinen sich nicht im Geringsten die Mühe zu machen, mal wenigstens ansatzweise nachzuprüfen, was er zum Besten gibt!
Ein Trauerspiel!
Naja, auch Fernsehanstalten übernehmen Vieles ungeprüft von Nachrichtenagenturen.
Hatte da schon Emailverkehr mit dem ZDF.
Auch ein Trauerspiel!
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