Es geht weiter

Olmert hat gestern abend Hamas einen Waffenstillstand angeboten. Wahrscheinlich unter amerikanischem Druck. Rice hat ihr persoenliches Prestige im Prozess von Annapolis investiert, und Abbas machte den Fortgang der Gespraeche von einem israelischen Waffenstillstand mit Hamas abhaengig.

Die Hamasregierung im Gazastreifen aber macht deutlich, dass man zur Zeit nicht interessiert ist. Beim Grenzzaun nahe Kissufim wurde eine Sprengladung plaziert und die toetete einen israelischen Soldaten und verletzte drei andere, einen davon schwer. Ein Blick auf die (alte) Karte zeigt, dass es sich hier nicht um dicht besiedeltes Gebiet handelt, sondern um eine Grenzpatrouille.

Abu Ahmad, a spokesman for Islamic Jihad, said the attack was in retaliation for an IDF strike a day earlier that killed one of the group’s commanders in southern Gaza.

“We are sending our message to all the Zionist criminals,” he said. “Your threats to target the leaders of resistance… won’t scare us. We are going to continue our resistance and holy war, and we will continue to rain rockets on your colonies until we make them ghost towns.

zitiert aus der Jerusalem Post, Hervorhebung von mir.

Die Zurueckhaltung Israels, auf die die Weltoeffentlichkeit nachdruecklich draengt, wird als Schwaeche ausgelegt und fuehrt zur weiteren Angriffen. Jeder Krieg ist schrecklich, daher sollte alles daran gesetzt werden, einen Krieg so schnell wie moeglich zu beenden. Die Vorstellungen von “Fairness” koennen nicht vom Sport auf Krieg uebertragen, wie idiotischerweise hier in der Times argumentiert:

But Western public opinion regards the deaths of more than 100 Palestinians for three Israelis, whatever the extenuating circumstances, as disproportionate.

Was stellen sich die Leute eigentlich vor?! Dass Israel genau diesselbe Anzahl Palaestinenser toeten soll, wie vorher Israelis getoetet wurden? Soll es auch nach Zilist und Kombattant sortieren? Waere die angemessene Reaktion demnach die Toetung von zwei Terroristen und einem pal. Zivilisten gewesen?

Im Kriegsrecht wird Verhaeltnismaessigkeit ganz anders verstanden, als dieser Ignoramus meint. Das Verhaeltnis zwischen angestrebtem militaerischen Ziel und eingesetzten Mitteln muss stimmen. Um einen Spion unschaedlich zu machen, waere es nicht angemessen, eine ganze Stadt einzuaeschern. Aber um einen drohenden Atomschlag abzuwehren, schon.

Die Hamas droht Israel mit Vernichtung. Dass ihre Raketen bisher keinen Kindergarten getroffen haben, verdanken wir nur Shomer Israel.

2 Kommentare

  1. Sky
    Do, 6. Mär 2008 geschrieben in 15:29 | Permalink

    Neben dem lustigen Fairnessgedanken ist auch die Vorstellung weit verbreitet, dass ein wenig Terror ausgehalten werden kann. In D vergleicht man da schon mal ganz locker die zu erwartenden Terroropfer p.a. mit denen, die es beim Autofahren, im Haushalt oder bei Sportunfällen erwischt.
    Allerdings zielt der Terror eben auf seine Sekundärwirkung, nämlich Schrecken zu verbreiten, bestimmte Menschen mundtot zu kriegen oder auch schon mal Geiseln zu nehmen und die Medien zu füttern.
    (Die RAF hat ja mit ein paar Dutzend Aktivisten und ca. 30 Morden eine unglaubliche Wrikung erzielt, welche Wirkung würden ein paar tausend “Moslem-Aktivisten” erzielen?)
    Ganz merkwürdig dieser lustige Fairnessgedanke und die Vorstellung, dass Terror toleriert werden kann.

  2. Sky
    Do, 6. Mär 2008 geschrieben in 16:58 | Permalink

    Mal dazu etwas:
    http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,539812,00.html
    “USA sollen Fatah mit Waffen ausgerüstet haben”
    (Man beachte die Meta-Berichterstattung, das Berichten über andere Berichte, ein Leistungsmerkmal moderner Medien, auch der SPOn macht da gerne mit bzw. muss mitmachen (wegen der werten Leserschaft))
    Der Waffendeal war doch seinerzeit schon publik, oder? Ich meine jedenfalls davon sogar im SPOn gelesen zu haben.

Einen Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail wird niemals veröffentlicht oder weitergegeben. Benötigte Felder sind markiert *

*
*