Die Kapitulation des Dalai Lama

Zu soviel übermenschlicher Appeasement-Bereitschaft und Larmoyanz ist man wohl nur als im Ausland residierender (und herumreisender) ”Gottkaiser” imstande (oder man ist IOC Funktionär bzw. Außenpolitiker).

Der von Rotchina ausgerufene “Volkskrieg” (hierzulande nannte man sowas in den 30er Jahren “Volkszorn”) wäre ein “kultureller Genozid” (”Ob mit oder ohne Absicht [sic!] - es findet eine Art kultureller Genozid statt”) - einen physischen Genozid gibt es natürlich nicht!  Und natürlich müssen die Olympischen Spiele auf jeden Fall stattfinden:

Ich will die Spiele! Die Chinesen sollen stolz darauf sein. Als bevölkerungsreichstes Land und Kulturnation verdient China es, Gastgeber der Olympischen Spiele zu sein. Allerdings hat die internationale Gemeinschaft die moralische Pflicht, die Regierung in Peking immer wieder daran zu erinnern, ein guter Gastgeber zu sein.

Ein Mann (bzw. Gott), ein Wort. Dann können wir uns auf zukünftige Olympische Spiele in Gaza, Saudi-Arabien, Nordkorea, Iran und in anderen Kulturnationen freuen, um dort unseren moralischen Pflichten nachzukommen und die dortigen “Regierungen” daran zu erinnern, gute Gastgeber zu sein. Insofern ist da vielleicht doch was dran, dass Tibet der Gaza-Streifen von China sei.

Ein Kommentar

  1. Di, 18. Mär 2008 geschrieben in 23:40 | Permalink

    Der Begriff “kultureller Genozid” sollte die kulturelle Kolonisierung durch China beschreiben und nicht den angekündigten “Volkskrieg”, der hoffentlich kein “physischer Genozid” wird (siehe hier: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/kulturheute/755468/) Den Begriff verwendet er offenbar schon seit mindestens 1995: http://www.zeit.de/1995/20/Politik_des_Laechelns.
    Olympische Spiele vielleicht aufgrund medialer Aufmerksamkeit zu begrüßen, würde ich nicht unbedingt als Appeasement sehen.

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