Malte Lehming, hallo?

Seinen Text “Ehre währt am längsten” (wer hat sich nur diesen Titel ausgedacht und was soll er signalisieren?!) im heutigen Tagesspiegel beendet Malte Lehming so:

Die Interessenvertreter souveräner Staaten müssen stets abwägen – wie viel geben, wie viel fordern? Merkel hat, wie die Dinge liegen, enorm viel zu geben. Entsprechend offen könnte sie sein. Zumindest einmal könnte sie Olmert an Rabin erinnern, in dessen Amtszeit israelische Politiker trotz eines gesetzlichen Verbotes Gespräche mit der PLO aufnahmen, die damals die Vernichtung Israels in ihrer Charta verlangte und als Terrororganisation galt. Die PLO hat das nachhaltiger zum Positiven verändert, als es Israel geschadet hat. Nur Freunde können einem Mut machen. Und als Freundin ist Merkel schließlich gekommen.

(via Achse des Guten)

Auch hier habe ich (hoffentlich nur) Verstaendnisprobleme. Die PLO hat sich nachhaltig in einen “failed state” verwandelt, der zwar einerseits Milliardengelder einsackt, andererseits aber ein Machtvakuum hat entstehen lassen, dass Hamas im Gazastreifen bereits gefuellt hat und gern auch in der Westbank fuellen wuerde. Als positiv koennte allenfalls vermerkt werden, dass die offiziellen Sprecher der PA auf Englisch manchmal so etwas wie eine Anerkennung des Rechts Israels zu exisiteren (aber beileibe nicht als juedischer Staat) murmeln. Das soll staerker wiegen als die Raketen aus dem Gazastreifen und die Attentaeter aus der Westbank?!

Aber wozu soll Merkel denn nach Lehmings Meinung Mut machen? Mein Verdacht ist, dass uns der Autor dazu draengen will, die gleiche Farce an “Friedensgespraechen” nun auch mit der Hamas durchzuexerzieren. Dass ich bei dieser Uebung keinerlei potentiellen Nutzen erkennen kann, habe ich in mehreren Beitraegen schon erklaert. Auch Lehming scheint nichts Konkretes in petto zu haben, sonst wuerde er sich kaum derart verschwommen aeussern.

2 Kommentare

  1. Constantin
    Mo, 17. Mär 2008 geschrieben in 10:46 | Permalink

    “Die PLO hat sich nachhaltig in einen “failed state” verwandelt, der zwar einerseits Milliardengelder einsackt, andererseits aber ein Machtvakuum hat entstehen lassen, dass Hamas im Gazastreifen bereits gefuellt hat und gern auch in der Westbank fuellen wuerde.”

    Nicht nur das - die Zugeständnisse im Zuge der damaligen “Friedensverhandlungen” wurden von palästinensischer Seite (Zu Recht) als als Eingeständnis von Schwäche wahrgenommen und wurde zum Anlass für die Intifada ab September 2000 genommen.

  2. Sky
    Mo, 17. Mär 2008 geschrieben in 13:21 | Permalink

    Lehming ist ein Kreativer mit gelegentlichen Tiefpunkten.
    Ich vermute, dass er bei diesem Artikel einige Ausfälle hatte, LOL.
    Ansonsten ist er aber OK.

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