Ich halte nicht viel von Tom Segev

und warum kann ich anhand seinem Kommentar zu Merkels Besuch gut illustrieren: ANALYSIS: Merkel condemns Qassams, but ignores Israel’s wrongdoing

Anyone unaware of where Merkel was speaking (Jerusalem) would never have known it is a city where a third of its citizens have been living under occupation for more than 40 years, a city divided by a wall reminiscent of the Berlin Wall. Merkel spoke of the need for “painful concessions” from both sides in the name of peace. Olmert has used this term as well.

She rightfully described the Qassam rocket fire on Sderot as a crime, but did not say a word about repeated human rights abuses in the West Bank, the bombing of residential areas in Gaza or the settlements. Olmert was caught on camera telling Merkel that all the construction workers building a house in front of his residence are Arabs, and the chancellor gave a concerned nod in return.

Hier haben wir alle die Versatzstuecke von modernem, linken Antizionismus:

Besatzung:
Die arabischen Einwohner von Jerusalem haben blaue Personalausweise wie alle Israelis. Deswegen koennen sie sich frei in ganz Israel bewegen. Das war natuerlich auch ein Bonus fuer den Attentaeter, der am Donnerstag vor 14 Tagen acht Schueler der Mercaz Harav Jeschiwa ermordet hat. Die arabischen Buerger von Jerusalem koennen auch die volle israelische Staatsbuergerschaft bekommen, wenn sie sie beantragen. Seit der Verdacht sich verdichtet, dass Olmert unter amerikanischem Druck durchaus faehig waere, Jerusalem zu teilen, sind die Antraege in die Hoehe geschnellt, wie Segevs eigene Zeitung berichtet. Das muss eine besondere Besatzung sein, wo die Besetzten es vorziehen, weiter besetzt zu bleiben, anstatt sich dem Protostaat ihres eigenen Volkes anzuschliessen.

Mauer:
Segev verliert keine Zeit, sofort die Berliner Mauer zu bemuehen. Der Vergleich ist falsch. Die Barriere verlaeuft gerade nicht durch Jerusalem, sondern um die Stadtgrenzen herum, wie auch B’Tselem eindeutig festhaelt. Eine Mauer (samt Schuessen, die Einschussloecher sind noch heute zu sehen) verlief 1967 das letzte Mal durch die Stadt. Der geteilte Zustand ist derjenige, den Segev gern wieder herstellen wuerde (s.o. unter Besatzung).

Menschenrechtsverletzungen:
Segev huetet sich, irgendwie konkret zu werden. Taete er das, liesse sich gar zu leicht feststellen, dass es sich um vereinzelte Uebergriffe handelt, die von israelischer Seite geahndet werden. Das steht in keinem Vergleich zu den Menschenrechtsverletzungen, die innerhalb der PA von Palaestinensern an Palaestinensern veruebt werden.

Bomben auf Wohngebiete:
Ueber die Taktik pal. Terroristen, sich hinter Zivisten zu verstecken, habe ich und nicht nur ich schon mehrfach geschrieben. Segev haelt es wie Marty: Er moechte dieses Taktik gern belohnen, indem er Terroristen im Widerspruch zum Voelkerrecht Immunitaet zusichert.

Siedlungen:
Die Gleichsetzung von israelischen Siedlungen mit Terror hat schon einen langen Bart und sie wird in der Regel genauso selektiv angewendet, wie Kuttab (zitiert in der verlinkten Diskussion) das tut. Warum diese Gleichstellung menschenverachtend ist, ist hier gut dargestellt.

Segev haette gern gehabt, dass Merkel seine politischen Vorstellungen vertritt und entsprechenden Druck auf Israel macht. Darin unterscheidet er sich nicht vom Chefredakteur seiner Zeitung David Landau.

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