und bloß keine Politiker bringt das ZDF und sorgt so für die kulturelle Grundversorgung. Da ist von einem Paradigmenwechsel die Rede sagt der Chefredakteur und der Intendant wird nicht müde, den kulturellen Auftrag zu betonen. Und Kultur und bulgarische Politiker sind gewiß Widersprüche - oder.
Nicht nur unsere Sicherheit wird am Hindukusch verteidigt. Weil dort unsere Soldaten dienen, handelt es sich um deutsche Innenpolitik, sagt ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender im alltäglichen Kampf um die Quote mit Tagesthemen und RTL Aktuell. Wie gesagt, ZDF-Chefredakteur ist der Mann.
Die Korrespondentenberichte entsprechen zumeist ohnehin nicht der Realität in den jeweiligen Ländern, sondern den Erwartungen des Zielpublikums oder der Vermutung dieser Erwartung durch die kenntnislose Zentralredaktion. Schreibt auch “der junge niederländische Journalist und Auslandskorrespondent in Nah-/Mittelost Joris Luyendijk zeigt in seinem flott geschriebenen Buch „Wie im echten Leben. Von Bildern und Lügen in Zeiten des Krieges“ via Forum Ordnungspolitik.
Der Druck der Quote wirkt auf die Öffentlich-Rechtlichen Rundfunkanstalten vergleichbar kommerziell wie auf ihre privaten Konkurrenten. Just in dieser Woche versucht der unlängst wegen der Einstellung eines Boulevard-Magazins so gescholtenene Sender SAT1 mit dem Background der versierten N24 Redaktion mit der Etablierung eines eigenen Nachrichtenangebots. Und wird eingedenk der mit Zwangsgebühren finanzierten Tagesschau allenfalls ein Mauerblümchendasein fristen können.
Wenn ich Robert Hetkämper, Klaus Prömpers oder Renate Bütow aus den Hauptstädten berichten sehe - oder seinerzeit Klaus Kleber oder Tom Buhrow - kann ich mir aus deren offensichtlichem Standpunkt, ihrem Kommentar und der Nachrichtenlage im jeweiligen Land eine Meinung bilden. Dafür wäre öffentlich-rechtliche Rundfunk zu finanzieren. Nicht mit 8 Milliarden, auch nicht mit einer. Aber immerhin.
Mit bunten Bildern zur Wahl aus Bulgarien führt sich die öffentlich-rechtliche Kulturgrundversorgungslegitimation zwischen “Julia - Wege zum Glück”, dem Frühlingsfest, Carmen Nebel, dem Komödienstadel, unzählig-wiederholten Reportagen von Drogenfahndern, Video-Polizisten und Gerichtsvollziehern, der “Klinik unter Palmen” (finanziert mit Mitteln des Entwicklungshilfeministeriums) bis hin zu Charlottte Lindholm (oder so ähnlich) völlig ad adsurbum.