Ostern ohne Eier: Jesus Wiederauferstehung von den Scheintoten?

Auf WELT-Online wird der Beitrag “Ostern im Licht der Foschung” u.a. untertitelt mit “Was wir heute über Christus’ Tod wissen können”. Der interessierte Leser liest weiter im Haupttext, der dann die Beantwortung der folgenden Fragen ankündigt: “Wie viel realer Hintergrund steckt in der Leidensgeschichte? Gestützt auf historische Quellen, archäologische Funde und medizinische Erkenntnisse ergeben sich für die zehn grundlegenden Mythen zehn mögliche Antworten.”

Man wird im folgenden darüber aufgeklärt, woher die Hinrichtungart des Kreuzigens stammt, ob Jesus ein “Staatsverbrechen” begangen habe, dass die Hinrichtungskreuze eine T-Form hatten, ob Kreuzigungen blutig waren, wieviele Nägel durch die Fußgelenke getrieben wurden, dass es keine Sonnenfinsternisse zum Kreuzigungszeitpunkt gegeben hat, dass die Delinquenten auf dem Weg zur Hinrichtungsstätte nur den Querbalken schleifen mussten etc.

Aber wenn es dann richtig spannend wird, verläuft sich der Beitrag in Belanglosigkeiten. Zunächst wird geäußert, es gibt “Spekulationen, dass Jesus die Kreuzigung möglicherweise in tiefer Ohnmacht überlebt haben könnte”. Sollten diese Hypothesen über einen spekulativen Charakter hinausgehen, wäre die Wiederauferstehung damit erledigt. Auf solche logischen Schlussfolgerungen will sich der Autor Bernhard Mackowiak aber nicht einlassen - Rationalität und Logik wären in einem Beitrag, der vorgibt, sich auf “historische Quellen, archäologische Funde und medizinische Erkenntnisse” zu stützen, wohl auch zu viel verlangt.

Stattdessen endet der Beitrag mit Schulhof-Mystizismus: “Ob Jesus indes zwei Tage nach seiner Kreuzigung tatsächlich von den Toten auferstanden ist, wird sich wissenschaftlich niemals beweisen oder widerlegen lassen. Es bleibt eine zentrale Glaubensfrage, die Grundlage für das ganze Christentum ist.”

Es ist absurd, die wissenschaftliche Widerlegung der Wiederauferstehung von den Toten zu fordern (oder den Beweis dessen). Entweder Jesus war tot oder er war es nicht. Der Begriff des Todes (also der Verlust der Lebensfunktionen) beinhaltet “Dauerhaftigkeit” und “Endgültigkeit”. Sollte Jesus irgendwann nach zwei Tagen wieder rumgelaufen sein, dann war sein vorheriger Zustand nur vorübergehend, also weder dauerhaft noch endgültig - er kann dann also nur scheintot gewesen sein.

2 Kommentare

  1. Sky
    So, 23. Mär 2008 geschrieben in 14:49 | Permalink

    Man sollte auch mal wieder die letzten Worte Jesu am Kreuz “kritisch hinterfragen”. ;)
    Äh, ansonsten natürlich: Rohe Ostern!

  2. Constantin
    So, 23. Mär 2008 geschrieben in 15:17 | Permalink

    …oder “agnostisch korrekt”: Frohe Feiertage! ;-)

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