Oswald Metzger wechselt von den Öko-Marxisten zu den Herz-Jesu-Marxisten

Der Karawanen-Apparatschik zieht nach Aufenthalten bei der SPD (1974-1979) und den Grünen (1987-2007) weiter zur nächsten Amts- und Mandats-Oase.

Oswald Metzger hat einen Schritt vollzogen, zu dem sich sein politisches Vorbild Ludwig Erhard (aus gutem Grund) zu Lebzeiten niemals durchringen konnte: Er tritt in die CDU ein.

Ob dieser Parteiwechsel tatsächlich ideologisch motiviert ist, wird man wohl zunächst nicht erfahren (der von ihm als Begründung angegebene “wirtschafts- und sozialpolitische” Kurs der Grünen dürfte es wohl kaum sein - ansonsten würde er nicht zu der Partei wechseln, die zusammen mit der SPD einen nicht unwesentlichen Teil der rot-grünen Agenda 2010 wieder einkassiert hat). Man kann aber davon ausgehen, dass Metzger für die Zahlung seiner Mitgliedsbeiträge mit einem aussichtsreichen Listenplatz und/oder einem Wahlkreis zur nächsten Bundestagswahl 2009 belohnt wird.

Das mittlerweile selbst ein Oswald Metzger hierzulande als “Marktwirtschaftler” oder “(Neo-)Liberaler” durchgeht, ist exemplarisch für das kulturelle, ideologische und ethische Koordinatensystem der BRD.

Er gibt offen zu, höhere Steuern zu fordern und bekennt sich zu einer ökologistischen Weltanschauung (er nennt es den “ökologischen Imperativ“). Insofern ist er in der Partei von Geißler und Blühm schon ganz richtig.

5 Kommentare

  1. Mi, 26. Mär 2008 geschrieben in 01:10 | Permalink

    Was entnehme ich dem also? Das Umweltschutz durch die Bank Blödsinn ist. Oder warum haben Liberale nichts für eine ökologische Weltanschauung übrig? Zwar verhindert ein ökologisches Bewusstsein den maximalen Gewinn, aber an dreckigem Trinkwasser kann auch dem Freisten aller Freigeister nicht wirklich interessiert sein…

    Man kann ja ruhig kritisch sein, aber ökologisches Denken an sich schon zu verdammen, zeugt ja nicht gerade von einem sehr wachen Geist.

  2. Constantin
    Mi, 26. Mär 2008 geschrieben in 13:11 | Permalink

    Bei einer ökologischen Weltanschauung geht das darum, das “menschliche Konsum- und Profitstreben” einzuschränken zu Gunsten des Naturschutzes. Die Ergebnisse sehen dann so aus, dass z.B. Menschen an Malaria sterben müssen, weil aus ökologischen Gründen kein DDT eingesetzt werden darf. Und diese Werteskala ist für mich durch die Bank Blödsinn - das stimmt!

    Und da du so ein Freund wacher Geister bist: Wieso haben es Ökologisten nötig, sich von einer Verschwörungstheorie zur nächsten zu schwafeln?

  3. Mi, 26. Mär 2008 geschrieben in 15:44 | Permalink

    Weil viele Menschen keine Experten sind und sich in ihrer Meinung beeinflussen lassen. So wie zum Beispiel Leute, die glauben, mit DDT ließe sich Malaria für immer ausrotten, einfach die dritte Lotka-Volterra-Regel missachten, da sie in entsprechenden Publikationen einfach nicht erwähnt wird. Das ist auch nicht besser, als den Einfluss der Sonne aufs Klima kleinzureden und den von CO2 immer größer oder den Waldzustandsbericht der Bundesregierung zur Feststellung der Waldschäden als seriös zu behandeln und nicht als das, was er ist: Unwissenschaftlicher Humbug. Die Lösung liegt darin, sich beide Seten anzuhören und nicht darin, Michael Crichton zu glauben und Al Gore zu verteufeln.

  4. Constantin
    Mi, 26. Mär 2008 geschrieben in 16:06 | Permalink

    Davon kann keine Rede sein, dass sich durch das Versprühen von DDT Malaria “für immer ausrotten” ließe. Es geht darum, ob man bereit ist, die Menschenleben in Kauf zu nehmen, die sich aus dem weltweiten Verbot von DDT (und der jahrzehntelangen Ächtung) “ergeben”.

    MuGo, bist du Physiker oder Biologe? Ich kenne die Lotka-Volterra-Regeln nur aus der Umweltökonomik und aus der Agrarökonomie - und dort sind mir keine Beispiele bekannt, wo die nötigen Voraussetzungen so ausgeprägt gegeben sind, dass sich die LV-Regeln aussagefähig anwenden lassen.

    Was die “Lösung” angeht, stimme ich dir zu - nur ist die Frage, ob man nach einer Lösung suchen muss, wenn das unterstellte Problem gar kein Problem ist.

  5. Mi, 26. Mär 2008 geschrieben in 18:30 | Permalink

    Tja, ob das Problem ein Problem ist liegt immer im Auge des Betrachters - das ist natürlich in der Tat wahr.

    Und nein, ich bin kein Biologe oder Physiker, mein Wissen beschränkt sich auf den Bio-Leistungskurs. Dennoch denke ich, dass man die LV-Regeln ernst nehmen sollte. Aber auch da stellt sich wieder die Frage des Standpunkts: Sehe ich das Problem darin, was für Auswirkungen möglich sein können, oder sehe ich das Problem darin, dass etwas nicht gemacht wird aufgrund der Angst vor hypothetischen Auswirkungen. Wir können uns jetzt also stundenlang im Kreis drehen.

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