Geert Wilders’ paradoxe Logik

 BY-NC-SAGeert Wilders hat mit Fitna einen sehr einfachen, geradezu plumpen, Mechanismus bedient. Dass der Film bestenfalls Ungenauigkeiten enthält, braucht ihn nicht anzufechten. Er hat einen Flickenteppich von Bildern und Aussagen aneinandergereiht die eine Aussage ergeben.

Der Islam und die ihm innewohnende Gewalt sind die größte Herausforderung der westlichen Gesellschaften.

Diese Aussage wirft er in den Raum und muss nur abwarten. Wenn er Unrecht hat, hat er völlig umsonst eine Viertelstunde Video produziert. Wenn er richtig liegt, haben wir tatsächlich dieses Problem. Ausgerechnet in der wütenden Ablehnung seiner Thesen bestätigen die islamistischen Fanatiker Wilders. Die Drohungen gegen Liveleak-Mitarbeiter bestätigen, dass es reicht die gefühlte Ummah zu beleidigen, um im Namen des Islam um sein Leben fürchten zu müssen.

Paradoxerweise behält Geert Wilders mit Fitna recht, so lange seine Aussagen gewalttätige Wut und Empörung auslösen.

Bild: Geert… eet een ijsje von jacco de boer /Flickr - CC-Lizenz: BY-NC-SA

2 Kommentare

  1. terrainc
    Sa, 29. Mär 2008 geschrieben in 12:48 | Permalink

    Jop da verstehe manche Muslime wer will, leider gibt es immernoch zu viele (bestenfalls) Unruhestifter. Andersrum finde ich es bedenklich wenn jemand im Namen der Freiheit ein Verbot des Korans fordert.

  2. Mo, 31. Mär 2008 geschrieben in 11:46 | Permalink

    @terrainc

    Wilders möchte auf eine Art Ächtung hinaus, wenn ich das richtig sehe. Diese Ächtung des Islam hätte einmal zur Folge, dass eine weitere Ausbreitung des Islam (z.B. über Moscheen, Koranschulen u.s.w.) gestoppt wäre, zum anderen aber auch eine massive Ungleichbehandlung der Muslime, praktisch eine Diskriminierung. Das Moslemsein als solches wäre schon “eine halbe Straftat”. So eine Politik der Ausgrenzung würde natürlich in den meisten Fällen die weitere Abgrenzung anstatt einer besseren Integration fördern; weil die meisten Muslime wohl den Islam nicht so einfach aufgeben würden. Die konsequente Anwendung von Wilders Politik würde einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung vom Kampf der Kulturen gleichkommen.

    Man würde etwas vorweg nehmen, das sich unter Umständen später eskalierend herausbilden könnte, sofern Islamisten sich etwa in den Niederlanden in einer strategisch guten Position glauben. Die Botschaft wäre klar: Muslime und Nichtmuslime kommen nicht zurecht. Es gibt aber auch in den Niederlanden (wie in D) zahlreiche Beispiele dafür, dass es doch geht. Dennoch bedeutet die Sonderbehandlung oder Diskriminierung, die Wilders fordert, nicht, dass seine Meinung nicht geduldet werden muss.

    Auch solche Meinungen muss man in Demokratien aushalten können. Man kann nicht jeden verpflichten, den Islam zu mögen. Es wäre totalitär, nichts anderes.

Ein Trackback

  1. Von Zitate! « abseits vom mainstream - heplev am So, 30. Mär 2008 um 21:59

    [...] Paradoxerweise behält Geert Wilders mit Fitna recht, so lange seine Aussagen gewalttätige Wut und Empörung auslösen. DF, Freunde der offenen Gesellschaft, 29.03.08 [...]

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