Neues aus Ypsilanti

Wer meint, hier ginge es um die unsägliche hessische SPD-Spitzenkandidatin und ihren unglaublichen selbsttäuscherischen Auftritt auf dem Jubel-Gleichschaltungsparteitag vom Wochenende, irrt. Genauso wie Frau Ypsilanti und ihre Partei mit ihrer flächendeckenden Forderung nach der Einheitsschule. Das deutsche Bildungssystem gehört zum staatlichen Repressionsapparat und das ist ein Grund, warum es so grottenschlecht ist und unsere wichtigste Zukunftsressource vergeudet.

Nein, es geht um Ypsilanti, USA, wo seit Jahrzehnten das Perry Preschool Project läuft, in denen Kinder mit unterschiedlicher sozialer Herkunft auf Vorschulen mit unterschiedlicher Qualität geschickt wurden. James Heckman, Nobelpreisträger für Ökonomie bewertet die Ergebnisse: Die Selektion findet nicht vor der Sekundarstufe, sondern bei Geburt statt. Und dagegen gibt es nur ein Mittel: Qualifizierte Vorschulbildung, das Gegenteil von dem, was etwa der rot-rote Senat in Berlin vorexerziert. Dort wurden die Vorklassen von den Grundschulen an die Kitas verlagert. Statt akademischem Personal werden die Kinder dort nun bis zur Einschulung von Erzieherinnen mit Hauptschulabschluss verwahrt, deren Bildungsniveau das der Zöglinge oft nur geringfügig übersteigt.

Wir haben bei den staatlichen Europaschulen für den Erhalt der Vorschule gekämpft, weil es Kindern aus “bildungsfernen Schichten” überhaupt ermöglicht, an einem solchen bilingualen Experiment teilzunehmen (Gibt es in Berlin 25 mal von englisch bis türkisch - die Hälfte der Lehrer sind deutsch, die andere Muttersprachler. Gleiches gilt für die Schüler, die getrennt alphabetisiert werden, aber gemeinsam jeweils die Hälfte des Unterrichtes in einer der beiden Sprachen haben - an einer staatlichen Schule). Jetzt gibt es vor der ersten Klasse einen Sprachtest, den man nur dann besteht, wenn die Eltern weitsichtig und frühzeitig einen entsprechenden - teuren - Kindergarten ausgesucht haben.

Die Probleme mit dem so genannten G8 (Abitur nach acht Jahren) sind eine Folge mannigfaltiger Ursachen, die unser Schulsystem unterlegen machen. Die Kinder fangen zu spät an, zu lernen. Das ist schlecht für die Synapsenbildung und führt dazu, dass dann am wenigsten gelernt wird, wenn am meisten Lust dazu besteht: eben im Vorschulalter und in den ersten Grundschulklassen. Gerade der Vergleich mit den Lehrplänen aus Großbritannien oder Usancen aus Kanada legen den Schluß nahe,  dass die geforderten Kleinkinder einen Vorsprung gegenüber ihren verwahrten Altersgenossen erringen, den keine Einheitsschule der Welt wieder ausgleichen könnte, selbst wenn sie das bessere Konzept gegenüber einer vielfältigen Bildungslandschaft wäre.  

Zweitens entscheidend ist der Mangel an Wettbewerb, der mit dem staatlichen Zwangssystem einhergeht, das Schüler und Lehrer ohne Wahl auf die verschiedenen Bildungseinrichtungen verteilt. “Schule freie Wahl” würde selbst bei Beibehaltung des staatlichen Bildungsmonopol genauso ein erster Schritt sein wie die Chance der Schulen, sich der schlechten Lehrer zu entledigen und sich gute zu suchen. Heute kommt es dem Lottoglück gleich, an gute Lehrer zu geraten. Das ist bei den Angelsachsen auch anders. Die, die wir erlebt hatten, waren alle anders aber trotzdem alle gut. Meistens streng, immer fordernd aber viel mehr fördernd und lobend. Die Klassenlehrerin in der siebten Klasse (eine Britin) sagt denn auch ihren Schülern: Wichtigstes Bildungsziel am Gymnasium sei es, auch bei schlechten Lehrern gute Noten zu bekommen (frei übersetzt).

Denn in Deutschland werden diejenigen Lehrer, die den Wettbewerb scheuen und nicht recht wissen, was sie mit dem erworbenen Abitur anfangen könnten, sagt der Frankfurter Bildungsforscher Udo Rauin, der eine empirische Langzeitstudie über Lehrer angefertigt hat und zu dem Ergebnis kommt, dass die allermeisten Lehrer das Burnout-Syndrom bekommen, weil sie für ihre Aufgabe nie gebrannt haben. Das real existierende Matriachat vom Kindergarten bis zur Grundschule tut ein übriges.

Das hängt mit zweierlei zusammen: Mit dem beschißenen Image, das Lehrer heute haben. Und mit der schlechten Bezahlung.

Mehr Wettbewerb zwischen den Schulen heißt auch, dass sich die Eltern und Schüler ihre Schulen aussuchen können, sofern sie über die entsprechende Eignung verfügen können.

In einem idealen dreistufigen System gäbe es meiner Meinung nach ab dem 4. Lebensjahr einheitliche bundesweite Bildungstests. Kinder und Jugendliche, die einen entsprechenden Standard erfüllen, sind in ihrer Wahl der weiteren Mittel völlig frei. Beherrscht aber ein Kind nicht die deutsche Sprache oder verfügt nicht über eine alters gemäße Bildung, ist etwa eine Vorschulpflicht angesagt, um die frühen Defizite nicht zu einem uneinholbaren Rückstand werden zu lassen.

Ideal wäre ein System von Bildungsschecks, die Eltern in die Schule ihrer Wahl tragen können, die sich damit ihre Sachmittel und ihr Personal selbst zusammenkaufen kann. Eltern, die vermögend genug sind, zahlen Schulgeld und können das von der Steuer abziehen. Die Schulbürokratie und die zentralisierten Lehrpläne werden abgeschafft.

Natürlich würde uns das alles etwas kosten, vermutlich aber nicht viel mehr als das bisherige System. Denn das ist ineffizient und geht wie jede Zentralverwaltungswirtschaft ausgerechnet mit dem Gut reduzierend um, das in seinem “Zentrum” steht: Wissen.

Der Neuköllner Bezirksbürgermeister Buschkowsky hat i.B. auf die Probleme in seinem Bereich richtigerweise bemerkt: Gefängnisplätze sind teurer. Und die soziale Hängematte auch.

26 Kommentare

  1. Mo, 31. Mär 2008 geschrieben in 09:22 | Permalink

    Ist ja nett. Man geht vom naheliegendsten aus und wird gleich im ersten Satz darüber aufgeklärt, dass man irrt.

  2. Sky
    Di, 1. Apr 2008 geschrieben in 01:46 | Permalink

    Es guibt irgendwo ein Thesenpapier von Yps über die “soziale Moderne”, LOL, durchaus lesenswert, die Frau ist doof wie Brot. Merkwürdig wie diese kleine Person an die Spitze der hessischen SPD gelangte.

  3. euckenserbe
    Di, 1. Apr 2008 geschrieben in 06:22 | Permalink

    ypsilanti intriganti

  4. Sky
    Di, 1. Apr 2008 geschrieben in 06:28 | Permalink

    Hier ist das gute Stück:
    http://www.zeit.de/online/2008/10/ypsilanti-papier

  5. Fr, 4. Apr 2008 geschrieben in 20:54 | Permalink

    Das Problem, das prinzipiell hinzukommt ist:

    Immer mehr Kinder kommen in die Schulen, die von Haus aus Probleme mitbringen. Migrationshintergrund, Scheidungen, Alleinerziehende, Mütter (und Väter), die für die Erziehung auf Grund ihrer Berufstätigkeit schlicht zu wenig Zeit haben. Gefördert wird diese Entwicklung durch ein völlig falsches Bild darüber, was Kindererziehung bedeutet sowie “Gender-Mainstreaming” im Namen einer angeblich daraus folgenden Gleichberechtigung.
    Maßnahmen wie der Krippenausbau von Fr. v.d.Leyen fördern diesen ganzen Quatsch auch noch.

    Von Lehrern wird nun verlangt, die im Elternhaus verbrochenen Fehler auszugleichen, wiedergutzumachen und aus einem unmotivierten, hibbeligem 9-jährigen Jungen, der mit seinen Kumpels schon alle Folgen von “Freddy vs. Jason” gesehen hat, einen guten Schüler zu machen, der seinem Lehrer Respekt zollt, Konflikte mit seinen Mitschülern gewaltfrei löst und ordentliche Hefte führt.

    Von dieser Sorte soll ein Lehrer nicht nur einen Schüler, sondern gleich ein ganzes Dutzend auf den tugendhaften Weg der Leistungsbereitschaft bringen.

    Dass hier die meisten Lehrer resignieren, finde ich klar. Die Folge ist: Abschieben der schwierigen Schüler auf die Schule, die sich eine Stufe tiefer befindet … die Hauptschulen sind das Sammelbecken für Problemkinder geworden. “Es gibt natürlich bei uns auch (!) solche Schüler, die es intellektuell wirklich (!) nicht drauf haben” sagte mir vor wenige Tagen der hiesige Rektor der Hautpschule. Neben den Jugendlichen, die einfach faul, unmotiviert, asozial etc. sind - so meinte er das.

    Leute, das Problem bei uns sind weniger die Schulen.

  6. Sky
    Fr, 4. Apr 2008 geschrieben in 21:16 | Permalink

    “Leute, das Problem bei uns sind weniger die Schulen.”

    Das Schulsystem muss mehr die Guten von den Schlechten trennen, richtig.
    Allerdings gibt es in D zudem sehr viele schlechte Lehrer.

  7. Fr, 4. Apr 2008 geschrieben in 21:49 | Permalink

    @ Sky

    ich weiß nicht … die meisten Lehrer haben den Anspruch, guten Unterricht zu machen. Aber auch nicht mehr. D.h., sie verstehen sich nicht als Sozialarbeiter. Sollten sie das? In der Hauptschule verstehen sich wohl einige auch als Sozialarbeiter. Aber auch das hat Grenzen. Ist das richtig, dass das Grenzen hat? Ich meine eigentlich: ja. Aber genau dadurch kommt die Sozialauswahl zustande. Die ist automatisch, quasi systemimmanent. Störenfriede werden abgeschoben auf die nächst tiefere Schule. Wenn der Schule etwas an ihrem Ruf (Leistungsniveau, Gewaltpotential etc) liegt, geht es eigentlich gar nicht anders, realistisch betrachtet.

    In Klassen, wo faule, unmotivierte, respektlose, asoziale Pubertierende sitzen, lässt sich halt schwer vernünftig Unterricht halten.

    So blöd und platt das klingt, aber das Schul-Desaster ist eine Spätfolge der 68′ger. Rückgängig machen lässt sich das natürlich nicht, aber man muss anfangen, die (ideologische) Spreu vom Weizen zu trennen. Ich empfehle die Lektüre der Eva-Herman-Bücher, die ich in den letzten beiden Wochen gelesen habe, nein, verschlungen habe, denn zu meiner eigenen Überraschung habe ich entdeckt: sie hat Recht. Sehr gute Bücher, keineswegs dümmlich oder altbacken, sondern nur zu empfehlen. Sie legt den Finger in die Wunde. Und zu meiner zusätzlichen Überraschung bietet sie im “Eva-Prinzip” eine Lösungsmöglichkeit an, auf die auch ich schon seit längerem gekommen bin.

  8. Sky
    Sa, 5. Apr 2008 geschrieben in 01:05 | Permalink

    Ich selbst habe dumme und dümmste Lehrer kennengelernt (und zwar über vier Jahrzehnte), die sich hinter dem Deckmantel des gebildeten SZ-Lesers verstecken und pädagogisch nicht nur versagen, sondern auch Charakterratten waren und vermutlich auch sind, selbstverständlich haben die 68er diese Pseudo-Pädagogen angezogen.
    Und es mag ja auch sein, dass die von den Landesministerien bestimmten Inhalte Versager in der Lehre und unter den Schülern bevorzugen (bekanntermassen bekommen Mädchen bessere Noten, würg), aber schuldig sind natürlich schon die Lehrer.
    Ich diskutiere hier nicht Aufbewahrungszentren wie die Gesamt- oder Hautzschule, da ist wahrscheinlich ohnehin die Hölle los.

  9. euckenserbe
    Sa, 5. Apr 2008 geschrieben in 09:22 | Permalink

    Diesem Post lagen ja zwei empirische Studien zugrunde. Eine, die belegt, das frühe Förderung von Kindern mit schwierigem Familienhintergrund denen eine wesentlich bessere Chance verschafft als jede berufsvorbereitende Massnahme mit 16 (Siehe SZ-Interview). Die Gefahr droht, dass eben jene Hauptschülerinnen, die durch das Bildungssystem der letzten 20 Jahre nicht eben befördert worden sind, mit der Aufbewahrung dieser Kinder nach einer recht und schlecht bestandenen Ausbildung als “Erzieherin” beauftragt werden und die Chance damit ungenutzt verstreicht. Betreuung innerhalb und ausserhalb der Familie muß in einem guten Verhältnis stehen und die Einführung von Vorklassen an den Schulen ist geradezu zwingend. Das ist eine Erfahrung.

    Die zweite Studie zeigt die überwiegende Unfähigkeit der Lehrer für den Beruf auf. Auch diese empirische Erkenntnis trifft sch mit meiner Erfahrung, dass Kollegien überwiegend leistungsfendlich, urdemokratisch und lethargisch sind. Als Elternvertreter war ich Mitglied der Gesamtkonferenz der Grundschule meiner Tochter und mußte erleben, dass etwa 1 Stunde über die Pausenregelung beim Faschingsfest (für die Schüler) diskutiert und anschließend auch noch abgestimmt wurde, was keinesfalls das Ende der Diskussion über dieses wichtige Thema zur Folge hat. Der offensichtlich nicht sehr motivierte Französischlehrer empfiehlt der Tochter, die bisher in diesem Fach immer auf einer guten zwei stand, Nachhilfeunterricht.
    Herman fand ich vor allen Dingen schon bei ihren persönlichen Auftritten stets unerträglich. So wie nicht alle Kinder gleich sind, gibt es auch keine ideale Form der Familie, Aufzucht, Erziehung oder Bildung. Während meine Frau einen festen Job hatte, war ich in den vergangenen 10 Jahren (und darüber hinaus) freiberuflich tätig und habe zuhause gearbeitet. Unser Kind war ganztags im Kindergarten, hatte teilweise gar ergänzend noch eine Tagesmutter, ging in die propagierte Vorschule - ganztags - und auch in die Ganztagsgrundschule. Und ist bis auf die Tatsache, dass sie von der Trotzphase nahtlos in den Altersstarrsinn übergeht, ganz gut geraten.
    Gegen eine gute Hauptschule ist nichts zu sagen. Auch die beklagten Erziehungsdefizite sind sicherlich bereits zuhause aufgetreten. Trotzdem bleibt der hier aufgezeigte Befund vorhanden. Und dessen Beendigung kann vieles verbessern.

  10. Sky
    Sa, 5. Apr 2008 geschrieben in 09:49 | Permalink

    Soso, Hausmann und Elternvertreter. Hoffe mal, dass Du es da nicht übertreibst. ;)
    Meine Beobachtungen decken sich mit denen des im SPOn zitierten Profs, da werden unmotivierte und offensichtlich ungeeignete Referendare ins Lehramt geschleppt, die dann jahrzehntelang versagen (oder auch schon mal nach fünf bis zehnjäriger Lehrtätigkeit “gesundheitlich” ausgemistet werden).
    Ich hatte mal eine Referendarin (Grösse ca. 1,55m, piepsende leise Stimme, unverständig), die vermutlich ins Lehramt geboxt wurde (und heute ganz vermutlich nicht mehr arbeitet. Da hätte eine oberflächliche Betrachtung die offensichtliche Nichteignung der Kandidatin bestätigen können.
    Das Gejammere das man früher oft, heute seltener von den Lehrern hört (manche haben nur 8(!) Wochenstunden, LOL) ist dementsprechend einzuordnen. Unsichere Menschen bspw. sind keine guten Pädagogen, Dummheit ist auch nicht hilfreich und ohnehin muss man zum Lehrerberuf geboren (aka talentiert) sein, da ein grosser Teil meiner Verwandschaft hier mitwirkt oder mitgewirkt hat, kann ich das pädagogisch beurteilen (ich sowieso ;).

  11. euckenserbe
    Sa, 5. Apr 2008 geschrieben in 10:50 | Permalink

    Zwischen “Zuhause arbeiten” und Hausmann besteht der kleine Unterschied der weitgehend freien Zeiteinteilung und dem kurzen Weg zum Büro (ca. 5 m vom Schlafzimmer)…

  12. Sa, 5. Apr 2008 geschrieben in 10:59 | Permalink

    @ euckenserbe

    Na klar, ich hatte ja geschrieben “Das Problem, das prinzipiell hinzukommt ist…”
    Bildungs-Gutscheine mit freier Schulwahl, Wettberwerb unter den Schulen, Vorschul-Förderung, kündbare Lehrer (Leistungsorientierung) etc … damit hast Du völlig Recht.

    Allerdings bin ich der Meinung, dass die von mir geschilderte Problematik grundlegender ist. Wenn da nichts passiert, kann die Schule auch mit den besten Pädagogen nicht viel ausrichten. Und dabei handelt es sich um ganz grundlegende Fragen zum Menschen, und um grundlegende Werte. Das wäre eine eigene Diskussion. Die Signale, die Fr. v.d.Leyen gibt, gehen katastrophal in die falsche Richtung. Wenn die von Dir angesprochene Schul-Problematik sich ändert und die von mir angesprochene Werte-Problematik nicht, schlittern wir mit Volldampf in eine weit auseinanderdriftende Zweiklassengesellschaft was die Schulbildung betrifft.

    Neben den von Dir genannten Punkten würde ich es übrigens außerdem gut finden, wenn Home-Schooling bei uns offiziell erlaubt wäre. Auch hier könnten Lernzielkontrollen den Missbrauch der Freiheit vorbeugen.

    Zu Eva Herman: hier würde ich die Lektüre empfehlen, wie gesagt. Sie ist keineswegs engstirnig und steht mit beiden Beinen auf dem Boden der Realität.
    Von ihren Auftritten kenne ich nur über youtube ihre Rede auf dem Herman auf der Jahresveranstaltung des Forums Deutscher Katholiken. Fand ich nicht unerträglich. Aber das ist vielleicht Geschmacksache (Aussehen, Mimik, Gestik, Stil).

  13. Constantin
    So, 6. Apr 2008 geschrieben in 18:06 | Permalink

    @ex-blond

    …dass Werte essentiell sind, da bin ich 100%ig bei dir? Nur wie soll sich die “Werteproblematik” ändern?

  14. Constantin
    So, 6. Apr 2008 geschrieben in 18:07 | Permalink

    @ex-blond

    …dass Werte essentiell sind, da bin ich 100%ig bei dir. Nur wie soll sich die “Werteproblematik” ändern?

  15. Sky
    So, 6. Apr 2008 geschrieben in 21:02 | Permalink

    Wobei auch der asozialste Punk ein ausgeprägtes Wertesystem hat, es geht also schon um die richtigen Werte, auch um das Ausgrenzen minderwertiger Haltungen.
    Und das Home-Schooling dürfte da der falsche Weg sein, passt ja auch irgendwie nicht zusammen die “Zweiklassenschulbildung” vermeiden zu wollen, von steigenden Problemen mit Eltern (i.p. Niveau und Religion bspw.) zu schreiben und dann der “Wertevermittlung bei Papi” das Wort zu reden.

    Mit der hier jetzt mehrfach zitierten Dame habe ich mich bisher nicht näher beschäftigt, bzgl. ihrer Leistungsfähigkeit darf ich aber nach Sachlage Zweifel haben, oder? (Dass die Dame unfair ausgegrenzt wird, da sie sich mit der Familienpolitik beschäftigt, konservative Meinungen hält und die Geburtenrate von 1 (das bedeutet Aussterben, LOL, muss aber nicht schlecht sein, vgl. Ice Age) anmängelt, also wichtige Themen anspricht, ist natürlich schon köstlich.)

  16. Fr, 2. Mai 2008 geschrieben in 13:52 | Permalink

    @ Constantin

    ja, “Werteproblematik ändern”, das geht nicht durch staatliche Verordnung. Da ist jeder einzelne gefragt, als Elternteil.

    Kurz zusammengefasst, Achtung, bitte anschnallen:
    - stärkere, auch aktiv gelebte Zuwendung zur Religion
    - konservatives Familienmodell
    - konservative Erziehung (stärkere Betonung auf Autorität, Disziplin, Sittsamkeit)
    - Kontrolle und Filterung (durch die Eltern) dessen, was die Kinder an Medien etc. konsumieren
    - Soziales Umfeld kontrollieren und für ein gutes soziales Umfeld sorgen (ggf. Umzug, Schulwechsel)

    Schönen Tag noch ;-)

  17. Fr, 2. Mai 2008 geschrieben in 13:58 | Permalink

    @ Sky

    ich bin der Meinung, Home-Schooling v.a. in den ersten Jahren, ist DIE Chance für eine Erziehung zur Freude am Lernen, zur Neugier an der Welt usw. die für manche (nicth für alle) Kinder in den ersten Schuljahren systematisch kaputt gemacht wird durch ein Einheitsbrei-Unterricht.

    Missbrauch sollte durch Leistungstests vorgebeugt werden.

    Warum sollte der Staat Eltern verbieten, ihren Kindern zu Hause zu unterrichten? Das spricht nur für ein großen Misstrauen gegenüber den Eltern, die ja, wie wir wissen, in Zukunft lieber ins Büro gehen sollen und ihre Kinder staatlich geprüften Erziehern anvertrauen sollen, statt sie selbst zu erziehen, damit genug Steuergeld in die Staatskassen fließt (gleich doppelt: vom Erzieherinnengehalt und vom Bürogehalt der Mutter! Genial!) um die Renten sicher zu stellen.

  18. Constantin
    Fr, 2. Mai 2008 geschrieben in 14:10 | Permalink

    @ex-blond

    …solange es dabei bleibt, dass eine “staatliche Verordnung” (direkt oder indirekt) nicht stattfindet, ist das absolut in Ordnung.

    Wobei es mir nicht darum geht, ob es durch staatliche Verordnung “geht” (”gehen” würde es schon). Eine staatliche Verordnung ist schlicht und einfach nicht akzeptabel. Denn die 68er haben ja zunächst auch damit nur bei sich selbst bzw. dem einzelnen angefangen - dagegen ist nichts einzuwenden. Zum Problem ist die Entwicklung erst geworden, als sie angefangen haben, ihre Ziele und Maßnahmen staatlich zu verordnen.

    Über die einzelnen von dir angeführten Aspekt kann man sich natürlich streiten (was z.B. ein “konservatives” Familienmodell sein soll). Aber wie gesagt - solange der Konservatismus jedem einzelnen überlassen bleibt - absolut in Ordnung.

  19. Fr, 2. Mai 2008 geschrieben in 14:19 | Permalink

    @ Constantin *Zustimmung*

    konservatives Familienmodell: Papa+Mama+Kind(er) und dabei idealerweise die Mama (notfalls auch Papa) 100% Hausfrau und Mutter, solange die Kinder aus dem Haus sind.

  20. Fr, 2. Mai 2008 geschrieben in 14:20 | Permalink

    Korrektur: es muss natürlich heißen
    solange die Kinder nicht aus dem Haus sind (=erwachsen sind)

  21. euckenserbe
    Fr, 2. Mai 2008 geschrieben in 14:20 | Permalink

    Sorry Exblond - Widerspruch.

    Wir haben unsere Tochter nicht religiös und auch nicht in einem konservativen Wertemodell erzogen. Sondern mit Ganztageskindergarten, Ganztagsschule+Betreuung zwischen vier und sechs durch alljährlich wechselnde Personen. Wir arbeiten beide, meine Frau im Büro und ich zuhause. Von Religion halten wir nicht viel, die Tochter hat aber im Ethik-Unterricht alle Schattierungen mit bekommen und auf der Europaschule vom Zuckerfest (Türkei) über St.Patricks Day bis zu Halloween allerlei kennengelernt und erlebt auch die Konfirmation ihrer Cousins und Cousinen wie die jüdischen Feste, zu denen uns ihre Adoptivgroßtante mitschleppt.
    Mit dem Ergebnis bin ich bisher ganz zufrieden. Ganz ohne EVA-Prinzip. Deine Auflistung hat meine schlimmsten Befürchtungen bestätigt.

  22. Fr, 2. Mai 2008 geschrieben in 14:29 | Permalink

    @euckenserbe
    Ich habe ja auch nicht behauptet, dass alles Andere zwangsweise zum Untergang und zu schrecklichen Individuen führt.

    Was sind denn Deine schlimmsten Befürchtungen?

  23. Mo, 5. Mai 2008 geschrieben in 10:57 | Permalink

    Dieser Welt-Artikel von heute ist genau was ich meine.

    “Jauchs vier Kindern stehen alle Möglichkeiten offen, an die bestmögliche Bildung zu gelangen. Teure Privatschulen können sich aber in der Regel nur die Besserverdienenden leisten. Die Gesellschaft sei nicht durchlässig genug, beklagte Lauterbach: „Wer zur Elite zählt, hängt in Deutschland viel mehr von Herkunft als von Leistung ab.“

    Das stimmt, ich habe es selbst als Mutter so beobachtet und erlebt. Auf Erzieher und Lehrer ist pädagogisch nur sehr vordergründig Verlass. Wird ein Schüler unbequem, wird er sehr schnell nach unten weitergereicht. Egal, ob er intellektuell dorthin gehört oder nicht.

    Es wird und muss in einer freien Gesellschaft mit einem effizienten und erfolgreichen Bildungssystem aber nicht weniger, sondern mehr Privatschulen geben, die natürlich teuer sind und nur von mehr oder weniger “Eliten” bezahlt werden können.

    Deshalb sind die einzige Chance, welche die Kinder wirklich haben, die eigenen Eltern und deren Erziehung und Wertevermittlung!

    Das ist es, was ich meine.

  24. Constantin
    Mo, 5. Mai 2008 geschrieben in 13:11 | Permalink

    @ex-blond

    In welche Richtung ließe sich durch deine empfohlene Vorgehensweise denn die “Werteproblematik” regeln?

    “- stärkere, auch aktiv gelebte Zuwendung zur Religion
    - konservatives Familienmodell
    - konservative Erziehung (stärkere Betonung auf Autorität, Disziplin, Sittsamkeit)
    - Kontrolle und Filterung (durch die Eltern) dessen, was die Kinder an Medien etc. konsumieren
    - Soziales Umfeld kontrollieren und für ein gutes soziales Umfeld sorgen [...]”

    Diese Vorgehensweise stimmt bspw. deckungsgleich mit der von Islamisten überein. Dass die dadurch vermittelten Werte mit deinen übereinstimmen, stelle ich aber in Frage.

  25. Mo, 5. Mai 2008 geschrieben in 20:26 | Permalink

    Das ist ja erschreckend!

    Dann dürfen wir allerdings auch nicht mehr pupsen. Das tun die Islamistesn nämlich auch ab und zu. Und Hitler hats auch gemacht, heimlich vermutlich. Und andere …

    ;-)

  26. Mo, 5. Mai 2008 geschrieben in 20:27 | Permalink

    P.S. beim nochmal durchlesen fällt mir eine Missverständlichkeit auf … “kontrollieren” bezieht sich immer auf die Eltern, welche Kraft ihrer Verantwortung kontrollieren sollen - Ihre Kinder, und was diese so konsumieren.
    Ist das jetzt immer noch islamistisch?
    *Schleier zurechtzupfe*

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