O.K., der “Volksentscheid” zum Thema Tempelhof ist gescheitert. 80.000 Stimmen haben gefehlt, um die erforderlichen 25% der Stimmberechtigten zu erreichen. Das muss man akzeptieren. Trotzdem war das ein überzeugendes Votum für den Flughafen. 500.000 Stimmen für Tempelhof. Zum Vergleich: 425.000 Stimmen hat die SPD bei der letzten Abgeordnetenwahl erhalten. Und die rot-rote Regierungskoalition bekam 2006 zusammen gerade mal soviel Stimmen, wie für Tempelhof nötig gewesen wären: 609.000
Nach der Logik Klaus Wowereits steht er einer Minderheitsregierung vor, die von 3/4 der Wahlberechtigten in Berlin nicht gewählt und auch nicht gewollt ist. Das sollte ihm zu denken geben.
Nimmt man noch zur Kenntnis, dass das Ergebnis des Volksentscheides für diese Minderheitsregierung nicht bindend ist, wird einem deutlich, um was es sich eigentlich handelt: Um eine Farce.
Ich bin ein Anhänger direkter Demokratie, wie sie in der Schweiz gehandhabt wird. Das nimmt den Parteien ihr Monopol und dem Politker die Chance zur Stimmenmaximierung durch die Addition verschiedener Interessengruppen von den Rentnern über die Kohlekumpel bis hin zu den Rauchern in bayerischen Bierzelten reichen. Die Chance, dass die Mehrheit aller anderen jeweils gegen das einer einzigen Gruppe gewährte Privileg ist, ist relativ groß. Und der Zwang, nicht nur für Parteien oder Personen, sondern für Einzelvorhaben um Zustimmung zu ringen, wird den Politikstil von der Propaganda zur Sachlichkeit verändern. Schließlich bricht die direkte Demokratie die Macht der Demoskopen, mit denen es sich wie mit den Metereologen verhält: Das einzige was man mit Sicherheit über ihre Vorhersagen behaupten kann, ist, dass sie so bestimmt nicht eintreffen.




38 Kommentare
Wobei das eingesetzte pol. Mittel, der Volksentscheid, ein sehr zweifelhaftes ist. Minderheitenrechte sind durchaus geeignet die Demokratie in Schwierigkeiten zu bringen. Vgl. auch die sog. Homoehe oder die Ausnahmeregelung für die Partei der dän. Minderheit im Norden oder den Volksverhetzungstatbestand (”Teile der deutsch. Bev.”).
Angeblich waren die Ossis in großen Teilen gegen den Flughafen und die damit verbundene Symbolik, LOL.
Oder ein anderes Beispiel ist die Schweiz, wo das Frauenwahlrecht erst nach einer knappen Mehrheit 1973 eingeführt worden ist. Solche demokratiespezifischen Problemen konnte auch Hayek bis zu seinem Tod nicht klären. Sein letzter Vorschlag war, für “verbotsbezogene” Entscheidungen ein zweistufiges Verfahren anzuwenden. Im ersten Schritt stimmt über einen “Verbotsantrag” die “Gesamtbevölkerung” ab, im zweiten Schritt dann nur die Angehörigen der Gruppe, die von dem “Verbot” unmittelbar betroffen wären. Beispiel “Verbot der Homoehe” (worüber in den USA ja gerne abgestimmt wird): Im ersten Schritt stimmen alle Bürger für oder gegen die Legalisierung der Homoehe, im zweiten Schritt alle homosexuellen Bürger. Wenn sich nun in beiden Abstimmungen eine Mehrheit für ein Verbot ausspricht, dann wird das Verbot umgesetzt.
Man muss natürlich die Minderheiten selbst fragen, ob sie Vorteilen in Form von Minderheitenrechten auch zustimmen, wie konnte ich das nur vergessen?
Was das mit dem Frauenwahlrecht soll, entzieht sich mir natürlich ebenfalls.
Ich wiederhole aber gerne noch einmal in aller Deutlichkeit:
Vorteile in Form von Minderheitenrechten diskrimieren und benachteiligen die Mehrheit.
Ich möchte allerdings zu bedenken geben, dass der Volksentscheid die für den Bürger so ziemlich einzige legale Möglichkeit ist größenwahnsinnige Politiker zu stoppen. Man stelle sich mal vor es hätte eine zur Online-Überwachung gegeben…
Übrigens: es waren 530.231 Stimmen für Tempelhof (21,7 %).
Quellen: http://www.nytimes.com/aponline/world/AP-Germany-Tempelhofs-Fate.html?scp=2&sq=Tempelhof&st=nyt und
http://www.iht.com/articles/2008/04/27/europe/27berlin.php
@ Sky
Wer sich durch die Homo-Ehe diskriminiert fühlt, dem ist auch nicht mehr zu helfen.
@Adian:
Wenn - wie zu erwarten ist - bald bspw. auch Altersrenten übertragbar werden auf den “Ehepartner”, dann sollte das sogar Dir die Diskriminierung klar werden.
Der alte Witz ist dann ja, dass man schwul werden muss oder sollte unter bestimmten Umständen.
@Hardy:
Dieser Volksentscheid und andere aus meiner Sicht undemokratische Mittelchen sind Ende der Siebziger, Anfang der Achtziger von Linksgrünen konzipiert und durchgesetzt worden. Da vglw. wenige Prozente reichen, liegt der Verdacht nahe, dass Mehrheiten ausgehebelt werden sollten. Die seinerzeitigen Kommentare der Fusselbartträger liessen auch nichts gutes ahnen.
In der Schweiz braucht man nach meiner Kenntnis absolute Mehrheiten, was OK wäre.
@ Sky
Wenn Du es brauchst, Dich als Opfer einer Diskriminierung durch die Homos zu fühlen, bitte sehr. Aber erwarte nicht, dass ich das verstehe.
Es geht hier nicht um Opferrollen, sondern um Systemfehler. Man ist ja um die Systeme bemüht. LOL
Ich erwarte aber nicht, dass Leute, deren Namen auf “n” endet, sowas verstehen.
@ Sky
Der einzige, der sich hier in einer Opferrolle suhlt, bis ja wohl Du. Du fabulierst hier von Minderheitenrechten, welche die Demokratie in Schwierigkeiten bringen und führst als Beispiel die Homo-Ehe an. Systemfehler? Sorry, es bleibt mir nichts anderes übrig, als das ein wenig seltsam zu finden.
@Adri:
Es ging nun mal um das Thema “Scheindemokratie”, ich arguemntierte also im Kontext.
Wenn Du Dich an einer Äusserung verschluckt haben solltest, so bedauere ich das, aber sehe keine andere Wahl als die Debatte fortzusetzen.
Es gibt nun mal die Konzepte “Minderheitenrechte” und “Gleichstellung”, erstgenanntes Konzept ist für die eher Linken, letztgenanntes der konservative Ansatz zur Sicherstellung _gleicher_ Rechte.
Wenn Homo-Ehen subventioniert werden, ist das nicht mehr Gleichstellung, sondern “Minderheitenrecht”, ein grundsätzlich anderes Konzept als dass, das angewiesen wäre. M.E.. LOL
Und krieg Dich mal wieder ein.
Und “Systemfehler” müsste eigentlich auch richtig sein, mir geht es ja weniger um die nationale Aufstellung der Deutschen, LOL.
Wenn das mit den Homo-Ehen durchgeht, dann haben wir natürlich auch bald Dreier- und Mehrfachehen, denn was die Moslems dürfen, das kann man den Homos nicht verwehren. Wenn dann noch “Rechte” aus diesen Beziehungen abgeleitet werden dürfen, dann wehe, Gott! ;)
Da Du von Minderheiten als Gefahr für die Demokratie geschrieben hast, habe ich das Wort “Minderheitenrechte” benutzt um darauf aufmerksam zu machen, dass im Konzept einer liberalen Demokratie auch die Macht der Mehrheit zu begrenzen ist.
Wenn ich die eheliche Verbindung zwischen zwei Männern/Frauen ebenso subventioniere wie die Ehe zwischen Mann und Frau, klingt das für mich ziemlich nach einer Gleichstellung. Was wäre denn Deiner Meinung nach Gleichstellung? Wenn es Homo-Ehen nicht geben würde?
Im Übrigen bin ich durchaus nicht scharf auf Vergünstigungen die einem durch den Ehestatus erwachsen, wie es den Schwulen ja hin und wieder mal unterstellt wird. Meiner Meinung nach gehört die Ehe nämlich überhaupt nicht subventioniert.
@ Sky
“Wenn das mit den Homo-Ehen durchgeht, dann haben wir natürlich auch bald Dreier- und Mehrfachehen, denn was die Moslems dürfen, das kann man den Homos nicht verwehren.”
Das ist mit das merkwürdigste was ich je gelesen habe. Seit wann bezieht sich die Homo-Ehe auf mehr als einen Partner?
Minderheitenrechte als demokratieschädigend, nicht die Minderheiten. Die sind ja lieb, wir sind ja alle irgendwie Minderheit.
Das _musst_ Du auseinander halten, übrigens scheitern auch öffentliche Debatten oft an diesem kleinen, aber feinen Unterschied. Da wird dann schnell “Rechtspopulist” und sowas gebrüllt, dabei will der Debattant nur Sacharbeit leisten. Übel, übel, LOL.
Und die Homo-Ehe - ich habe eigentlich kein Bock dieses Beispiel weiter auszubauen - ist natürlich sehr problematisch. Was machen wir mit den nichtschwulen Alleinstehenden? Hmm? - Richtig, die würden dann diskriminiert - sofern sie nicht schwul oder so werden, LOL.
Die Homo-Ehe zu Dritt wird kommen, rechtlich vermutlich schon jetzt möglich, wenn ich mich nicht täusche, Du findest ein Land wo das geht und schwupp hast Dus.
Ein letzter Satz noch zum “Volksentscheid”: Der ist natürlich demokratieschädlich, wenn eine Minorität reicht. Hätten die Konservativ(Liberal)en in Berlin ihre restwählerschaft von vllt. 35% mobilisieren können, dann hätte Wowie jetzt möglicherweise ein Problem. “Möglicherweise”, denn bei “Volksentscheiden” ist die Linke ja recht locker, wenn das falsche Volk wählt bzw. falsch wählt.
Inwiefern werden nichtschwule Alleinstehende durch die Homo-Ehe diskriminiert? Wenn ich mich auf dieses “Argument” einlasse, kann ich auch sagen, Alleinstehende werden durch die Hetero-Ehe diskriminiert.
Natürlich hast Du keinen Bock das Thema weiter auszubauen. Dein Gerüst ist ja schon zusammengekracht.
Wenn Leistungen und Rechte für Menschen bereit stehen, die in Homo-Ehen leben, und diese Leistungen nicht bereit stehen für Alleinstehende, dann müssten die Alleinstehenden entweder normale Ehen oder Homoehen eingehen.
Ich gebe Dir recht, wenn Du jetzt mit dem Argument kommen solltest, dass das Problem auch bei einer Rechtsform besteht, die nur heterosexuelle Ehen kennt.
Damit gut für mich!
PS: Meine konsistente Argumentationsführung solltest Du aber schon goutieren.
PPS: Die Inzest-Ehe ist in der Tat “zusammengekracht”, ich befürchtete auch hier das Schlimmste. “Objektehen” vermisse ich noch.
Schade, daß sich hier alle so weit vom Thema entfernt haben. Es geht doch um Tempelhof, oder?
Ich kann hier keine Scheindemokratie erkennen. Zumindest nicht in diesem Fall.
Wo erkennst du denn ein Votum für Tempelhof? Fast 2 Millionen haben Nein zu Tempelhof gesagt und ich folge hier nur der Logik von ICAT, denn die haben in der offiziellen Broschüre, die jeder erhalten hat, behauptet, daß jeder der nicht hingeht mit Nein stimmt. ICAT hat auch versäumt ein Gesetz zur Abstimmung zu stellen. Dieses wäre dann bindend gewesen. Also Schuld eigene.
Man kann nicht Äpfel mit Birnen vergleichen, auch wenn das beliebt sein mag. Bei einer Wahl zum Abgeordnetenhaus werden eben nur die abgegebenen und gültigen Stimmen gezählt. So gibt es dort auch kein Quorum. Im Gegensatz zu einer Volksabstimmung. Dort zählen zum Beispiel auch die ungültigen Stimmen als Nein. Den Unterschied muss man erst einmal verstehen. Was nicht jedem so leicht fällt.
Warum war das noch einmal nicht bindend? Richtig: Weil ICAT eben nur eine Empfehlung und kein Gesetz zur Abstimmung gestellt hat. In Berlin gibt es ja im Moment noch andere Initiativen, die eine Volksabstimmung anstreben und dann wird ein Gesetz zur Abstimmung gestellt werden, wenn das Volksbegehren erfolgreich sein sollte. Hast Du mal gezählt, wie viele “Minderheitsregierungen” es in Deutschland aktuell gibt, wenn man deiner Logik folgt?
Ich eigentlich auch. Eigentlich. Nur leider weiß der Pöbel, ich drücke das mal so drastisch aus, oft nicht, was für den Pöbel am besten ist. Ehrlich gesagt habe ich wenig Lust, daß Springer hier nachher alle Volksabstimmungen mit seiner Medienmacht bestimmt. Dazu kommt ja noch, daß ICAT die Spender verschweigt, die über 50000 Euro haben springen lassen. Wenn direkte Demokratie, dann bitte so transparent wie möglich.
Ach, komm…Langsam wird es peinlich. Dieser Volksentscheid hat doch deutlich gemacht, daß es hier nur um Parteipolitik ging. Auf beiden Seiten. Flitzpiepe Pflüger konnte das Wasser doch nicht halten und versuchte sich gnadenlos zu profilieren. Wie der sich an die Rentnerinnen rangemacht hat, war nur ganz knapp von sexueller Belästigung entfernt. Da wurden die Vertreter der Gerontokratie doch zu den Wahllokalen gekaart und viele sind doch so senil, daß sie gar nicht wussten, worüber sie abstimmen.
Warst du das letzte halbe Jahr etwa auch in dem Keller in Österreich? Beide Seiten haben doch gnadenlose Propaganda betrieben und von Sachlichkeit kann man doch nicht reden. Davon war man Lichtjahre entfernt.
“Warst du das letzte halbe Jahr etwa auch in dem Keller in Österreich?”
Ich weise den geneigten und freundlichen Leser auf diese ungeheuere Geschmacklosigkeit Old Telegehirns hin, LOL. Erst beim Vergleich mit solchen Kommentaren weiss man, was man an Old Sky hat.
(Ansonsten natürlich alles richtig, “Flitzpiepe” Pflüger ist kein Sympathieträger oder gar ein aufrechter ehrlicher Politiker.)
Ja, ja, die Springersche Medienmacht. Monatelang hat diese für Tempelhof agitiert und trotzdem nicht genug Leute dazu bringen können, für den Erhalt zu stimmen.
@ sky:
du stinkst!
Sorry Sky, aber mir geht dieser mediale Amoklauf echt auf den Keks. Sicherlich: ganz schlimm was diesen Leuten da passiert ist, aber gibt es denn nicht wichtigere Themen? N-TV und N24 und der ganze Rest der Gossenjournalie läuft seit gestern der Geifer nur so runter und man geilt sich am Leid dieser armen Leute auf. Du brauchst auch gar nicht auf die Geschmacklosigkeit meiner Person hinweisen, denn das ist längst überall bekannt.
@ Adrian:
Dass die Macht von Springer eben nicht zum Erfolg geführt hat, sehe ich ja recht positiv. Noch ist der Großteil der Berliner eben noch nicht vollkommen verblödet. Das lässt hoffen. Mann kann ja für oder gegen Springer sein, aber die Einseitigkeit lässt sich nicht bestreiten. Wer der ICAT kostenlose Anzeigen schenkt, der will eben Politik machen, aber dann sollen sie eben eine eigene Partei gründen. Ach, ja, die haben ja schon mindestens zwei davon unter Vertrag. Hab ich ganz vergessen.
Vielleicht bin ich auch so kritisch gegen Springer, weil ich mir eben keinen Job bei Springer erhoffe und mich da auch nie anwerben lassen würde. Im Gegensatz zu manch anderen Kollegen…Obwohl, wenn das Schmerzensgeld stimmt…Ach neee…
Zum “Pöbel” noch was, aus meiner Sicht ist der Pöbel als hochentwickelter verständiger Organismus zu betrachten, Makroleben halt, den würde ich eher nicht verächtlich machen.
Ansonsten: Volksentscheide ja, aber bitte mit rel. oder abs. Mehrheit.
Und “innerstädtische” Flughäfen sind nicht so toll.
> Vielleicht bin ich auch so kritisch gegen Springer, weil ich mir eben keinen Job
> bei Springer erhoffe und mich da auch nie anwerben lassen würde.
Ob Springer das verkraftet? To be continued…
@ Telegehirn
Ja, das wird es sein. Übrigens ist mein WELT-Blog 24 Stunden am Tag geöffnet, man findet es hier: http://debatte.welt.de/weblogs/4881/boess+in+berlin
Und ich stell hier gleich mal klar, dass ich niemals zur Weltwoche wechseln würde, das habe ich mir mal geschworen und obwohl ich immer wieder keine Anfragen von diesem Magazin bekomme, bleib ich da standhaft!
@Gideon:
Mal ganz unter uns, was war jetzt der Nährwert Deines letzten Blog-Eintrags?
Der war, dass ich S-Bahn gefahren bin und was über drei Mitreisende geschrieben habe. (der nächste wird aber wieder ein anderes Thema haben, und wohl auch mehr Diskussionsstoff bieten.)
Ich bin ja immer auf der Suche nach der Nachricht “unter der Nachricht”, viel Erfolg weiterhin!
Ich komme gerade aus dem Keller (danke Telegehirn, selbst wenn wir nicht einer Meinung sind, teilen wir doch einen ähnlichen Humor - selten so gelacht). Der Beitrag rennt und die Kommentare überschlagen sich. Was will man mehr?
Einiges.
@Sky: Die Nummer mit der Homoehe brauchen wir hier einfach nicht. Als Dauerkommentator eigentlich hochwillkommen, das ist ein NoGo. Dererlei wird bei Entdeckung von mir wegdiskriminiert. Heteros haben die Homos (wenn wir schon in diesem Jargon reden) schon seit Jahrtausenden diskriminiert. Selbst wenn Schwule heiraten, dürfen “Heteros” das schon lange (hab ich auch gemacht.). Boshaft könnte man fragen, vielleicht werden manche ja auch durch die mangelnde Bereitschaft der potentiellen Ehepartner diskriminiert, die Ehe ausgerechnet mit ihnen einzugehen. Ich habe in den Achtziger und Neunziger Jahren im privaten Umfeld viele Schwule erlebt, die das “bis der Tod Euch scheidet” bitter erlebt und bewundernswert gelebt haben, ohne Erbschaftssteuerfreibetrag und Hinterbliebenenrente. Davon kann man siche eine Scheibe abschneiden. Und es handelte sich um eine flächendeckende Erscheinung. (Vorsicht Damien, ich halte Aids nicht für eine “Schwulenkrankheit).
@Telegehirn: Dein Kommentar hat mir Spass gemacht. In Bezug auf die konkrete Ausgestaltung und Tempelhof hast Du in einzelnen Punkten gewiß Recht. Das war kein Musterbeispiel direkter Demokratie.
@Gideon: die Weltwoche fänd ich schon klasse - ich spekuliere auf gar nichts. Mit meiner anerkannten Rechtsschreibschwäche werdet ihr mich hier ohnehin noch länger ertragen.
Hast Du mich da gerade zensiert, Euckie, oder gabs ein technisches Problem?
Ich wollte auf eine öffentliche Würdigung gerne verzichten und hatte per mail mitgeteilt, dass derartige Kommentare zum Thema “Homo-Ehe” hier nicht weiter veröffentlicht werden. Zitat:
Als Dauerkommentator eigentlich hochwillkommen, das ist ein NoGo. Derlei wird bei Entdeckung von mir wegdiskriminiert.
Das gehört hier nicht hin.
Die seit einiger Zeit bestehende Kommentarpolitik:
Also um mal von der Homo-Nummer wegzukommen, wie sieht es denn mit einem Plebiszit zur EU-Verfassung aus? Unsere Nachbarn wurden ja aktuell lieber nicht nochmal nach ihrer Meinung gefragt. Wie wäre ein solches Volksbegehren über den Euro wohl ausgegangen? Und nun ja, ich hatte in der Diskussion auch die das extrem linke Spektrum etwas vermisst. Wo waren denn die Rufe: “Macht den Nazibau platt!”
Alle vielleicht mal die Hände strecken, die in einem plebiszitären System keine Angst haben müssten? Wie dem auch sei, besonders interessant scheint hier wirklich, dass sich der Bürgermeister so weit aus dem Fenster lehnen kann und öffentlich erklärt, er fühlt sich nicht an den Wählerwillen gebunden, ganz gleich ob er rechtlich dazu verpflichtet ist oder nicht.
Wie wäre es mit außenpolitischen Plebisziten? Wie hoch ist wohl die Chance, dass die Bevölkerung mehrheitlich für Auslandseinsätze der Bundeswehr stimmt? Dem entgegengestellt gibt es überhaupt nur noch eine recht indiskutable Partei, die sich in diese Richtung äußert.
Wie man so schön sagt, mit der Berliner Nummer hat sich keiner der Beteiligten wirklich mit Ruhm bekleckert.
Gruß
AMUNO
@Sky
“Ich wiederhole aber gerne noch einmal in aller Deutlichkeit:
Vorteile in Form von Minderheitenrechten diskrimieren und benachteiligen die Mehrheit.”
Wie äußert sich das konkret am Beispiel der Partei der dänischen und friesischen Minderheiten in Südschleswig? Ich frage deshalb, weil du das Beispiel angeführt hast und ich in der Gegend wohne. Das “Minderheitenrecht” für den SSW besteht darin, dass statt einer 5%-Hürde nur eine 1,5%-Hürde gilt. Wer wird dadurch in welcher Ausprägung benachteiligt? Die anderen Parteien werden weder bei den Zuwendungen der Parteienfinanzierung noch bei der Mandatszuweisung schlechter gestellt als es der Fall wäre, wenn der SSW nicht in den Genuss der reduzierten Sperrklausel kommen würde.
Und zum Thema Scheindemokratie. Die Überlegenheit von demokratischen Methoden gegenüber diktatorischen Methoden besteht darin, dass eine Entscheidung (z.B. die Wahl eines Parlaments) wieder revidiert und korrigiert werden kann (durch Mehrheiten). Mehr aber auch nicht.
Nur stellt sich die Frage, wann Mehrheitsentscheide erstrebenswert sind. Konkret auf den Tempelhofbetrieb bezogen: Inwieweit ist es angemessen, alle wahlberechtigten Bürger von Berlin darüber entscheiden zu lassen, ob ein Innenstadt-Flughafen weiterbetrieben werden soll?
Wenn sich wirklich alle wahlberechtigten Berliner an dem Volksentscheid beteiligt hätten, dann ist es IMHO durchaus angemessen. Dann hätten übrigins auch wesentlich mehr für Tempelhof stimmen müssen, da die 25% lediglich als Minimum gerechnet werden.
Hat von euch eigentlich jemand was davon gehört, dass angeblich ein Brief der Linkspartei in den östlichen Stadtteilen Stimmung gegen Tempelhof machte? Habe selbiges gerade gelesen und bin über den Wahrheitsgehalt doch Arg im Zweifel.
@ Gideon Böss:
Hat Springer dich doch noch gefangen. ;-) Hoffentlich machts du das nicht für lau… Ansonsten wünsche ich dir dort alles Gute. Ok, die Welt ist ja nicht die BZ. Noch nicht.
@ euckenserbe:
Hauptsache man kommt irgendwann aus dem Keller raus. Humor? Jetzt passiert mir das schon wieder! Dabei bin ich doch ein Mensch ohne Humor.
Ich bin immer gerne behilflich. ;-)
Man kann mich auch als zynischen Pausenclown oder Blog-Dämlack mieten.
Dazu sind Fehler da: man kann aus ihnen lernen. Was mir aber Sorgen bereitet ist, daß hier Millionen in eine Kampagne gepumt wurden und am Ende nichts bei raus kommt und so vielleicht andere Volksbegehren gar nicht erst zustande kommen, weil Leute abgeschreckt werden. Hier hat sich niemand mit ruhm bekleckert. Weder der Senat, noch die Tempelhof-Nostalgiker Befürworter.
@ Amuno:
Gute Frage, aber wer versteht eigentlich genau worum es da geht und welche Folgen das hat? Oder würde sich da nur der Frust der Leute bei einer Abstimmung entladen?
Von meinem Balkon schrie ich mich Sonntag heiser… Niemand hat die Absicht die Nazi-Bauten, was sie ja sind, platt zu machen, denn die stehen unter Denkmalschutz, obwohl ich von zahlreichen Leuten hörte, daß das abgerissen werden soll. Was ja Quatsch ist.
Wowi bzw. der Senat, was ja irgendwie das selbe ist, war eben nicht an das Ergebnis gebunden, weil die ICAT eben kein Gesetz zur Abstimmung stellte. Da kann ich Wowereit schon verstehen und wer freut sich nicht über ein Eigentor der Konkurenz?
Die homophoben Ausfälle eines Kommentators hier, finde ich ehrlich zum Kotzen.