Islamistenkommunist Ken Livingstone als Gauleiter von Groß-London abgewählt - Grün-Sozialkonservativer Boris Johnson wird Nachfolger

Und Demokratie funktioniert doch! Londons linkssozialistischer Labour-Bürgermeister Ken Livinstone wurde abgewählt. Nachfolger wird der Kandidat der “konservativen” Tory-Partei Boris Johnson.

Ein Nahziel ist damit erreicht - das Fernziel kann damit angepeilt werden. Oder um es mit den Worten von Robert Tracinski zu formulieren:

[...] let’s crush the left. Once the left is safely out of the way, we’ll be free to begin the much more serious and important business of splintering the right.

Zum erreichten Nahziel:

Der bekennende Sozialist Ken Livingstone hatte unlängst den jüdischen Journalisten Oliver Finegold mit einem KZ-Aufseher verglichen (nachdem er Finegold zunächst gefragt hatte, ob er ein deutscher Kriegsverbrecher sei) - woraufhin er für 14 Tage vom Bürgermeisteramt suspendiert wurde. Israels Ministerpräsident Ariel Sharon wurde vom “Roten Ken” seinerzeit als Kriegsverbrecher bezeichnet und George W. Bush als „die größte Bedrohung für das Leben auf diesem Planeten“ geadelt. Es ist ein Segen für die Menschheit, dass seine Vorgänger Attlee und Churchill ein objektiveres Verhältnis zu ihren Amtskollegen Roosevelt und Truman gepflegt hatten.

Venezuelas Wegweiser zum “Sozialismus des 21. Jahrhunderts”, Hugo Chavez, wurde schon mal gerne zu einem “Privatbesuch” nach London eingeladen. Diese Freundschäft äußerte sich dann in einem 24 Millionen Euro schwerem Ölrabatt im Tausch gegen die Dienste britischer Stadtplanungsexperten. Ähnlich freundschaftliche Beziehungen pflegte er auch zu “moderaten” Imamen, die zum Gebet für Selbstmord-Attentäter aufrufen und die Todesstrafe für Schwule fordern.

Der Fairness und Vollständigkeit halber soll aber auch nicht unerwähnt bleiben, dass Livingstone öffentlich mitteilte, er freue “sich auf den Tag, an dem die saudische Königsfamilie vom Laternenpfahl baumelt.”

Zum Fernziel:

Unter David Cameron bewegen sich die “Konservativen” wieder zu ihren prä-thatcheristischen Ursprüngen zurück (”Working-Class-Tories”). Sowohl Thatchers wirtschafts- und sozialpolitische Anschauungen, als auch ihre außen- und gesellschaftspolitischen Ansichten (”There is no such thing as society!”) waren bemerkenswerte Ausprägungen liberaler Ideen - aber leider nur eine Episode, die sich nun ihrem Ende neigt (und wo bezeichnenderweise der “neokonservative” Labour-Premier Gordon Brown diesen Rückwärtsschenk gebremster vollzieht als sein Tory-Counterpart David Cameron - was wohl auch ein Grund für die besseren Wahl- und Umfrageergebnisse der Tories sein dürfte).
Der desingnierte Bürgermeister von London, Alexander Boris de Pfeffel Johnson, gehört wie David Cameron zu den “Neuen Konservativen”, die für das neue “soziale und ökologische” Profil der Tories stehen (was sich auch in dem neuen Partei-Logo äußert - die “Freiheitsfackel” wurde durch einen grünen Baum abgelöst) und einerseits als “witzig”, “exzentrisch”, “metrosexuell” etc. aber andererseits auch als “eingebildet”, “upper-class-privilegiert”, “leicht trottelig” usw. gelten.

Verbal steht der ehemalige Eton-Schüler und Oxford-Absolvent Johnson (der zu Schul- und Studiumszeiten gekifft hat und auch dem einen oder anderen “Nasenprogramm” nicht abgeneigt war) seinem abtretenden Amtsvorgänger in Nichts nach. Nach der Ermordung des Liverpooler Bauunternehmers Kenneth Bigley im Irak äußerte er sich als Chefredakteur des Wochenmagazins “The Spectator” hämisch über die kollektive Trauer als „tribalistisches Sichwälzen in Opfertum“ , das „typisch für Leute, die am Tropf von Sozialwohltaten hängen“, sei. Und die weiter südlich gelegene Hafenstadt Portsmouth strotze vor “Drogensüchtigen, fettleibigen Versagern und Labour-Abgeordneten.” Die Machtkämpfe in seiner Partei beschrieb er als Orgien von Häuptlingsmord und Kannibalismus, wie sie “in Papua-Neuguinea üblich” seien. Nach den diplomatischen Protesten nahm Johnson seine Äußerungen zurück und versprach, er werde Papa-Neuguinea auf die globale Liste der Orte für seine Entschuldigungstour setzen.

Man darf gespannt sein, wieviel schlechter oder besser der nächste Bürgermeister von London seinen Job machen wird. Die politischen Zielsetzungen und das flegelhafte Benehmen lassen viel Spielraum nach oben.

2 Kommentare

  1. So, 4. Mai 2008 geschrieben in 11:59 | Permalink

    Ich stelle mir gerade eine Analogie für Berlin vor. Wie würde ein konservativer Kandidat in dieser Stadt triumphieren? Welche Eigenschaften hätte er? Welche Strategie müsste er verfolgen? Wer wären seine Wähler? Aber wahrscheinlich ist das Londoner Wählervolk nicht mit dem in Berlin zu vergleichen…

  2. bevanite
    Mo, 5. Mai 2008 geschrieben in 15:11 | Permalink

    “islamistenkommunist”… ich dachte, in diesem blog würde man derartig primitive diffamierungen unterlassen, aber nun ja..
    und ist es irgendwie relevant wenn jemand “zu Schul- und Studiumszeiten gekifft hat und auch dem einen oder anderen “Nasenprogramm” nicht abgeneigt war”?

Ein Trackback

  1. [...] Zum neuen Bürgermeister Londons eine erfreuliche Kleinigkeit am Rande: In der Blogroll von Boris Johnsons Weblog ist eine [...]

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