Film-Tipp: Iron Man

The actual suit/prop worn by Robert Downey Jr. in the film. Iron Man. This was on display for a short time at the Arclight theater in Hollywood California. Iron Man ist für mich die beste Comic-Verfilmung seit Batman Begins und für jeden Fan dieses Genres (und nicht nur für die) ein absolutes Muss!

Anders als vorherige Marvel-Verfilmungen haben Marvel diesmal kein Hollywood-Studio beauftragt, sondern den Film selbst produziert. Im Gegensatz zu den bspw. von Bernd Eichinger (”Ballermann 6″, “Erkan und Stefan”, “Hausmeister Krause” etc.) produzierten Fantastic Four Filmen wirkt Iron Man sehr viel authentischer und vor allem (zum großen Vorteil des Films) weniger Familienabend-kompatibel.

Iron-Man-Alter-Ego Tony Stark und sein Batman-Gegenstück Bruce Wayne sind sich sehr ähnlich. Beide haben von ihren Vätern milliardenschwere Unternehmen geerbt und verkleiden sich in ihrer Freizeit als Superhelden - sie haben auch beide keine Superkräfte (wie Spider-Man, Superman, Hulk etc.), sondern haben sich ihre Fähigkeiten durch technische Hilfsmittel angeeignet. Anders als Bruce Wayne aber (der eine ausgeprägte moralische Integrität hat) ist Tony Stark charakterlich in jeder Hinsicht amoralisch und skrupellos.

Wichtig auch bei Iron Man: Wie bei der letzten Marvel-Verfilmung X-Men III: The Last Stand kommt nach dem (endlos langen) Nachspann noch eine faustdicke Cliffhanger-Überraschung!

Wer sich für eine kurze Zusammenfassung interessiert:

Die Stark-Unternehmensgruppe wird von Tony Stark (Robert Downey, Jr. - genial!), dem Sohn des verstorben Firmen-Gründers, und dem ehemaligen Geschäftspartner seines Vaters, Obadiah Stane (Jeff Bridges - auch genial!) geleitet. Während der technisch versierte Tony sich nur für seine technischen Entwicklungen interessiert, ist es Stane, der das Geschäftliche regelt - für Stark geht es nur darum, dass der Gewinn stimmt. Ansonsten verbringt er seine Zeit auf Partys und mit wechselnden Bett-Partnerinnen.

Nach der erfolgreichen Präsentation einer neuen Massenvernichtungswaffe für das US-Militär in Afghanistan wird Stark von einem Terror-Netzwerk entführt und gezwungen, für die Terroristen die Bombe nachzubauen. Bei seiner Entführung wird er durch eine Granate verletzt - ein Schrapnell steckt noch in seiner Brust und wandert auf sein Herz zu. In der Gefangenschaft wird Stark dann von dem (ebenfalls gefangen gehaltenen) afghanischen Arzt Yisin operiert, der ihm einen Elektromagneten in die Brust einsetzt, um den Splitter von seinem Herzen fernzuhalten. Zwischen Stark und Yisin (dessen Familie von den Terroristen ermordet worden ist) entwickelt sich eine enge Freundschaft, die Starks egomanischen Charakter nach und nach öffnet.

Mit den Bauteilen, die ihm die Terroristen besorgen, baut Stark aber in den folgenden Monaten nicht an einer Bombe, sondern an einem winzigen Reaktor (die Art der Energiegewinnung bleibt natürlich sein Geheimnis), den Yisin gegen den Elektromagneten in seiner Brust austauscht. Dieser Reaktor schützt aber nicht nur sein Herz, sondern ist auch der Antrieb für eine gepanzerte Rüstung (inkl. diversen Waffen- und Antriebssystemen), die Stark entwirft, um mit Yisin aus der Festung zu entkommen. Während des Ausbruchs wird Yisin aber schwer verletzt und opfert dann sein Leben, damit Stark entkommen kann.

Nach seiner Rückkehr verstärken sich Starks Bedenken an der Unternehmenspolitik, die während seiner Gefangenschaft immer stärker in den Vordergrund gerückt sind (nachdem Yisin Stark damit konfrontiert hat, dass die Terroristen auch über Waffensysteme von Stark verfügen). So perfektioniert er zunächst seinen “Herzschrittmacher” und seine Rüstung und versucht zu ergründen, wie die Waffensysteme seiner Firma in die Hand von Terroristen gekommen sind. Mit Hilfe seiner Assistentin Pepper Potts (Gwyneth Paltrow) kommt er dahinter, wie Obadiah Stane die Waffensysteme sowohl an die US-Streitkräfte als auch an die Terroristen verkauft hat und die Terroristen bei der Entführung von Stark im Auftrag von Stane gehandelt haben, um Stark aus dem Konzern zu entfernen. Nachdem Stark als Iron Man in Afghanistan die Terroristen ausschaltet, kommt es zur finalen Konfrontation zwischen Stark und Stane - Stane hat sich mittlerweile in Afghanistan die Entwürfe und Prototypen von Starks erster Iron-Man-Rüstung besorgt und nachbauen lassen. Natürlich gewinnt hier der Gute, aber - auch anders als Batman - hält er nichts von einer diskreten Geheimidentität, sondern gibt öffentlich per Pressekonferenz sein Superhelden-Engagement bekannt.

Marvel hat angekündigt, dass bei einem erfolgreichen Start noch bis zu zwei Fortsetzungsfilme folgen würden (wovon mittlerweile mit großer Sicherheit auszugehen ist). Einen ersten Vorgeschmack auf die Fortsetzung bekommt man nach dem Nachspann - und man darf sehr gespannt sein.

Bild: Iron Man Suit unter CC-Lizenz von Ketivity

10 Kommentare

  1. Sa, 10. Mai 2008 geschrieben in 11:24 | Permalink

    Kann dem nur zustimmen. Hat mir auch gut gefallen. Lustig finde ich, dass Johnny Stark erklärt, keine Waffen mehr zu bauen, nur um sich dann in seinen Keller zurückzuziehen und dort eine revolutionäre neue Waffe herzustellen. Für mich auch eine der besten Comic-Verfilmungen. Die Hauptdarsteller haben übrigens allesamt schon für zwei Fortsetzungen unterschrieben, das war nämlich eine Bedingung des Vertrags.

    PS:

    Anders als Bruce Wayne aber (der eine ausgeprägte moralische Integrität hat) ist Johnny Stark charakterlich in jeder Hinsicht amoralisch und skrupellos.

    Dem muss ich aber widersprechen. Bruce Wayne (Batman) ist sehr dubios, wahrscheinlich paranoid. Er hat eine Liste seiner Freunde bzw. anderer Superhelden, auf der steht, wie diese besiegt werden können. Das sagt doch einiges über seinen Charakter aus.

  2. Sa, 10. Mai 2008 geschrieben in 14:54 | Permalink

    Ahh…ein Fachmann :-)

    …diese Liste kommt aber nur in so einer Elseworld-Story vor, glaube ich (Return of the Dark Knight - bin mir aber nicht sicher…).

    Außerdem ist die Liste nur dazu da, die Freunde zu beschützen - deshalb hab ich ja auch so eine Liste von euch (allen!) :-)))

  3. Sa, 10. Mai 2008 geschrieben in 15:00 | Permalink

    Vermerk 10 Mai 2008, 15 h: Gideon Böss auf die “Sonderliste” setzen… ;-)

  4. Sa, 10. Mai 2008 geschrieben in 15:37 | Permalink

    Mist jetzt hab ich nicht den Abspann abgewartet und konnte den Cliffhanger gesehen. Was kommt denn da?

  5. Sa, 10. Mai 2008 geschrieben in 18:03 | Permalink

    Tony.
    Er heisst Tony Stark.

    Infos zum Cliffhanger gibt´s hier:
    http://silencer137.wordpress.com/2008/05/04/iron-man-nach-dem-abspann/

  6. Sa, 10. Mai 2008 geschrieben in 18:17 | Permalink

    @Silencer137

    1000Dank!

  7. Sa, 10. Mai 2008 geschrieben in 18:21 | Permalink

    Und an exponierter Stelle des Films (Tony Stark bastelt in seiner Werkstatt an seiner neuen Rüstung) ist einer der Hardcore-Punk-Klassiker der 80er Jahre zu hören: “Institutionalized” von den Suicidal Tendencies!

  8. Sa, 10. Mai 2008 geschrieben in 21:14 | Permalink

    @ Constantin

    Verdammt, ich hätte mich doch auf mein Gefühl verlassen sollen, ich hatte schon eine ganze Weile gedacht, dass du eine solche Liste führst, Mist!

  9. Sa, 10. Mai 2008 geschrieben in 21:24 | Permalink

    Mich beunruhigt, dass Constantin als Vorbild für Frank Miller’s Dark Knight diente…
    O_o

  10. Sa, 10. Mai 2008 geschrieben in 21:56 | Permalink

    Gideon, Daniel…

    …nicht ganz - ich sag nur soviel: Kingdom Come! Und für jeden von euch ist dort ein Platz vorgesehen! ;-)

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