Bilder und Lügen

Rechts wird das Bild in einen vollständigeren Zusammenhang gerückt. Der Stacheldraht konnte nur ins Bild geraten, weil er von der Mauer eines Hofes fiel oder gerissen wurde (ich habe ihn jedenfalls nicht berührt).

Dass die dramatischeren Bilder von den Medien bevorzugt werden, ist vor allem der Aufmerksamkeitsökonomie geschuldet. Natürlich sind sie ansprechender und ziehen mehr Leser an. Unter diesem Druck bedarf es noch nicht einmal einer Motivation zur Verlogenheit, um letztendlich grobe Unwahrheiten zu vermitteln. Aber wer ist schon unvoreingenommen? Ich kenne niemanden. So werden die Medienschaffenden von neutralen Berichterstattern zu Kollaborateuren in den Medienoperationen einer Seite. Nach meinem Eindruck übertrifft die Anzahl der Unterstützer der arabischen Seite im Palästina-Konflikt die der Israel-Freunde erheblich.

Ich hoffe gezeigt zu haben, warum es sich lohnt, Bilder aus derartig hoch emotional aufgeladenen Zusammenhängen kritisch zu betrachten. Denn mit der Wahl der «richtigen» Bilder lässt sich jede Situation komplett falsch darstellen.

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3 Kommentare

  1. Di, 13. Mai 2008 geschrieben in 17:56 | Permalink

    Nur leider erkennt das der Leser dann nicht, wenn das Bild irgendeinen Bericht ziert. Er musst dann darauf vertrauen, dass das Bild wirklich das zeigt, was man in es hineininterpretiert.

  2. Di, 13. Mai 2008 geschrieben in 18:30 | Permalink

    Meine Lektion ist, den Medien eben nicht blind zu vertrauen, sondern das “Framing” zu hinterfragen.

  3. Di, 13. Mai 2008 geschrieben in 18:49 | Permalink

    Öhm, naja… ich glaub eh keinen Fotos.
    Man muss sich nur die Werbeindustrie ansehen, dann weiß man schon, was man davon zu halten hat.

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