5 Mio. Ablöse für Mugabe

zahlt Mo Ibrahim wahrscheinlich nicht. Aber für jeden ordentlichen Präsidenten, der sein Land nach vorne gebracht hat und nach Erfüllung seiner Amtszeit oder nach seiner Abwahl zurücktritt, zückt der Mann das Scheckbuch und malt eine fünf mit 6 Nullen. Das zahlt er aus der Portokasse.

Das Portrait des Mobilfunkpioniers, der sein in Afrika tätiges Unternehmen gerade für schlappe 3,4 Mrd € verkauft hat ist lesenswert.

Nichts hat Afrika in den letzten zehn Jahren nachhaltiger verändert als der Mobilfunk”, schwärmt der Handypionier. Dank dieser Technologie erfahre die Welt in Echtzeit, was in Simbabwe passiere. “So wird ein Handy zum wichtigen Instrument der Demokratisierung.” Und es sorgt für wirtschaftlichen Aufschwung: Allein die Mobilfunkanbieter haben Zehntausende Jobs geschaffen; Fischer und Bauern können die Preise erfragen, bevor sie ihre Waren zum Markt liefern.

Der Unternehmer schwärmt von den wirtschaftlichen Möglichkeiten des Kontinents. “Afrika lohnt sich”, sagt er bei jeder Gelegenheit. “Es ist viel besser als sein Ruf.” Die Medien berichteten nur über Krieg und Hunger, über Darfur, Somalia oder Simbabwe. “Doch Afrika, das sind 53 Staaten.”

“Nur Investitionen können die Zukunft des Kontinents sichern”, sagt er - und geht mit gutem Beispiel voran: Der Milliardär hat einen Investmentfonds gegründet, der zukunftsträchtige Projekte und Unternehmen fördert, zum Beispiel in der Energieerzeugung.

Und über die fadenscheinigen Europäer:

Sein Ärger über die doppelte Moral des Westens gegenüber Afrika lässt seine Stimme lauter werden. “Als Student war ich Marxist”, erzählt er. “In London lernte ich die Vorzüge des freien Marktes kennen. Was heute passiert, ist reiner Betrug: Afrika soll seine Märkte öffnen, doch die EU zahlt weiter Agrarsubventionen.” Baumwollfarmer in den USA erhielten Milliardenzuschüsse. “Damit kann kein Bauer in Afrika konkurrieren.”

Beim Aufbau von Celtel habe er nie Schmiergelder gezahlt, sagt Ibrahim. Und ruft westliche Firmen auf, seinen Beispiel zu folgen. Rohstoffförderer müssen ihre Verträge endlich offenlegen, damit kein Geld unbemerkt versickern kann. “Darüber wird seit Jahren gesprochen, doch jeder scheut den ersten Schritt”, sagt er enttäuscht. “Die Amerikaner zeigen auf die Europäer und diese auf die Chinesen oder Inder.”

Kann man unterschreiben.

Ein Kommentar

  1. Sa, 28. Jun 2008 geschrieben in 23:11 | Permalink

    Unterschrieben.

Einen Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail wird niemals veröffentlicht oder weitergegeben. Benötigte Felder sind markiert *

*
*