Big Bätzing is helping you!

Wer erinnert sich nicht an die bekannten “Alkopops”. Mischgetränke aus Limonade und unterschiedlichen Spirituosen erregten vor vier Jahren die deutsche Volksseele und die Rot-Grüne Regierung, die in den bunten Getränken die Ursache für besoffene Jugendliche sah. Das Ergebnis war eine Sondersteuer auf Alkopops, um den Kauf durch Jugendliche einzuschränken. Danach waren es die sogenannten “Flatratepartys”, auf denen für einen Fixpreis ohne Ende getrunken werden konnte. Nach entsprechenden Berichten in der Presse preschten vor allem Kommunal- und Landespolitiker vor und versuchten, diese Veranstaltungen zu unterbinden. Das Ergebnis: Vor einigen Wochen machte ein Bericht klar, dass immer mehr Jugendliche wegen Alkoholvergiftungen ins Krankenhaus müssen. Was sagt das über die Maßnahmen gegen die trinkende Jugend? Sie alle waren völlig unwirksamer Mist.

Der Politik ist das natürlich völlig egal. Die Maßnahmen und Gesetze werden aufgrund ihrer Wirkungslosigkeit nicht rückgängig gemacht und man schreitet mutig voran. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing, fordert nun, Alkohol an Tankstellen zu verbieten. Denn Jugendliche kaufen sich ihr Bier schließlich auch an Tankstellen.

“Gegen exzessiven Alkoholkonsum von Jugendlichen und jungen Erwachsenen hilft aber nur ein Bündel von präventiven und gesetzlichen Maßnahmen”

Früher nannte man ein solches “Bündel gesetzlicher Maßnahmen” schlicht und einfach “Prohibition”, denn es geht im Prinzip um nichts anderes. In Baden-Würtemberg gibt es übrigens schon eine Verordnung, die es dem Einzelhandel verbietet, von 22 - 6 Uhr Alkohol zu verkaufen. Von einem überraschenden Rückgang des Alkoholkonsums auf Grund der Regelung in diesem Bundesland ist bisher nichts bekannt.

An Realitätsferne kann die Abstinenz-Politiker einfach niemand übertreffen. Frau Bätzing und ihre mit allen Mineralwassern gewaschenen Kollegen scheinen bereits in ihrer Jugend zur abgrundtiefen Langeweile geneigt zu haben, denn sonst wüssten sie, dass Heranwachsende schon immer in der Lage waren, sich für ihre heimlichen Gelage Alkohol und die passenden Tabakwaren zu besorgen. Den am ältesten aussehenden Freund vorschicken, Bettler als Einkäufer anwerben oder einfach in so viele Läden gehen, bis eine Kassiererin nicht den Ausweis verlangt - all diese Methoden lassen sich durch kein Gesetz der Welt aushebeln und garantieren den Nachwuchstrinkern auch in Zukunft mehr oder weniger schöne Wochenenden.

Den Politikern ist dieser Kampf gegen Windmühlen, den eigentlich Eltern kämpfen sollten, aber ganz genehm, bietet er doch eine sehr einfache Möglichkeit, sich als Vorkämpfer für Gesundheit, Ordnung und Sitten zu inszenieren.

Und wer ist der Dumme? Jeder volljährige und mündige Bürger, der eigentlich der einzige sein sollte, der darüber entscheidet, was er wann und in welchen Mengen trinkt. Das ist zumindest Frau Bätzing völlig egal, denn offenbar denken die Drogenbeauftragte und der höchst wichtige “Drogen- und Suchtrat”, dass sie die Kompetenz besitzen, die Bürger zu ihrem Glück zu zwingen, die dann irgendwann kein Bier mehr kaufen können, nur weil die Uhrzeit nicht stimmt und irgendwelche Sauberfrauen und -männer meinen, einen vergeblichen Kreuzzug gegen den Alkoholismus führen zu müssen. Prost!


Bild: What’s next? von phogel unter CC-Lizenz (BY-SA)

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