Franz Kafka 125 Jahre

Heute wäre einer der bedeutendsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts - Franz Kafka 125 Jahre alt geworden. Im Blog-Beitrag von Chajm Guski sind mehrere interessante Texte zu diesem Anlass verlinkt. Hinzuzufügen wären noch einige Auszüge über Kafka aus dem heutigen n-tv-Artikel:

“Wenn das Buch, das wir lesen, uns nicht mit einem Faustschlag auf den Schädel weckt, wozu lesen wir dann das Buch? (…) Ein Buch muss die Axt sein für das gefrorene Meer in uns”, schrieb er in einem Brief. […]

Sprache als Lebensstoff

Welches Leben sein eigentliches ist, steht für ihn fest, aber seinen Eltern hätte er es nie begreiflich machen können: “Er hat das Bewusstsein gehabt, dass er in der Sprache lebt. Die Sprache war sozusagen sein Sauerstoff, sein Lebensstoff”, sagt sein Biograf Reiner Stach. Schreiben war seine Berufung, fast eine Sucht.

Briefe schreibend liebte Kafka Felice und litt zugleich unter der Angst, als Ehemann und Vater, in einer bürgerlichen Existenz, nicht mehr schreiben zu können. Ein Schriftsteller “darf sich eigentlich, wenn er dem Irrsinn entgehen will, niemals vom Schreibtisch entfernen, mit den Zähnen muss er sich festhalten”, schrieb Kafka.[…]“weiterlesen

Erwähnenswert ist auch die Antwort Reich-Ranickis in seiner FAZ-Kolumne:

Die Schriftstellerin Sibylle Lewitscharoff äußerte einmal, man müsse unbedingt Kafka gelesen haben. Warum ist Kafka so wichtig?
Evelyn Plüm

Reich-Ranicki: Darüber sind viele, auch ausgezeichnete Bücher geschrieben worden. Hier eine knappe Antwort, die auf seine zentrale Problematik verweisen soll.

In seinen Romanen (vor allem im „Prozeß“) und Erzählungen war Kafka seiner Epoche vorausgeeilt - wie kein anderer seiner Zeitgenossen. Erst Jahrzehnte nach seinem Tod (er starb im Jahre 1924), als sich die Rolle der Intellektuellen in der Gesellschaft weitgehend geändert hatte, vermochte man zu erkennen, daß die zunächst bloß auf eine spezifische Prager Konstellation zu beziehenden Geschichten vom Schicksal der Ausgestoßenen und Angeklagten klassische Parabeln der Heimatlosigkeit und der Entfremdung sind. Die von Kafka immer wieder dargestellte Tragödie der Juden - das Wort „Jude“ kommt übrigens in seinen Romanen nicht vor - wurde von späteren Lesern als Extrembeispiel der menschlichen Existenz verstanden.

Kafka gilt als der neben Thomas Mann bedeutendste deutsche Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Sein Einfluß auf die Weltliteratur ist enorm.“Quelle

  • Über sein Leben und Schaffen, auch seine Liebesbeziehungen kann man hier lesen.
  • Seine Werke sind hier und hier zu finden.
  • Seine Briefe und Tagebuch-Eintragungen sind hier.

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